Spendenflohmarkt für Notfellchen

Beitrag kommentieren Ein Beitrag von Lisa

Social Media – für viele Fluch und Segen zugleich. In diesem Fell rettet eine große Online-Community ein Leben – das Leben eines Vierbeiners. Sie heißt Hermine. Hermine ist meine Hündin. Sie ist mein Sorgenkind, mein Seelentröster und der Grund, warum ich diese Zeilen schreibe.

Wir halten deine Pfote…

Hermine stieß vor 2 Monaten zu unserer Familie. Unsere Familie, das sind die Staffis Cuno und Inge, mein Mann Paul und ich. Ich rettete eine Seele, die sonst nicht mehr hier wäre. Ich vertraute dabei Menschen, die jenes nicht verdient hatten. Wo „Tierschutz“ drauf steht ist leider nicht immer „Tierschutz“ drin. Es wurden 300 Euro Schutzgebühr einkassiert, uns kein ordentlicher Vertrag ausgehändigt. Mit Lippenbekenntnissen wurden wir vertröstet, mit Lügen hat man sich aus der Verantwortung gestohlen. Unser hübsches Mädchen ist leider sehr krank, das wussten wir nicht, ihre Vermittler schon.

Wir haben sie als kastriert übernommen. Lüge. Ihr Erbrechen sei auf „Mangelernährung“ und „Stress“ zurückzuführen. Lüge. Vielleicht mag das eine Rolle spielen, aber es ist eben nicht die ganze Wahrheit. „Es ist besser für sie, wenn sie schnell bei euch einzieht, dann kommt sie zur Ruhe.“ Lüge. Sie kam nicht zur Ruhe. Cuno, unser kastrierter Rüde, deckte insgesamt drei Mal die junge Hündin. Tierarzt. Ultraschall. Hund ist nicht kastriert, hat Zysten an den Eierstöcken. „Aber sie hat doch eine Narbe am Bauch!“ Hund ist nicht kastriert. Schnell handeln, denn sie leidet. Hormonchaos. Tumorgefahr. OP. „Wir kriegen das schon hin, wir finden eine Lösung!“ Lüge. Hündin weiter geschwächt. „Hoffentlich gehts nun bergauf“ – ging es nicht. Das Loch war tief, in das wir fielen. Tierarzt. Kotzen. Kotzen. Tierarzt. Kotzen. Tierarzt. Kotzen. Kosten. Immer mehr Kosten. Hund gehts schlechter. Medikamente helfen nicht. Tierarzt. Spritze. Allergieschock. Zusammenbruch. Angst. Angst, dass Hermine vor meinen Augen stirbt. Schnell zum Tierarzt. „Wir finden eine Lösung, gib uns etwas Zeit!“ Cortison. Kotzen. Tierarzt. Dehydrierung. Infusion. Kotzen. Infusion. Brei zubereiten. Kein kotzen. Kein kotzen. Kein Kotzen. Kotzen. Tierarzt. „Hilfe sie magert immer weiter ab!“ Unüberschaubare Tierarztkosten. Angst, den Hund zu verlieren, der ein geliebter Teil unserer Familie geworden ist…Der „Tierschutzorganisation“ tut alles sehr leid. Leere Worte. Immer mehr Lügen. Immer mehr Abgründe, die sich auftun. Wir werden kämpfen. Für Gerechtigkeit. Bald. Wenn Hermine wieder gesund ist.

Hilfe nahte. Freunde reichten Hand und Pfote. Menschen, die uns nicht kennen, waren auf einmal da. Ich führte Tagebuch, erzählte, wie es meiner Hündin geht. In einer Facebook-Community. Das seid ihr! Herzen flogen uns entgegen. Hoffnung kam zurück.

<3 <3 <3 DANKE!!! <3 <3 <3Danke an alle, die ein paar aufmunternde WORTE für uns übrig hatten! Danke an diejenigen, die…

Posted by Ich liebe meinen Listi on Mittwoch, 2. Dezember 2015

Weiter. Dann erzählte meine Freundin Claudy von Mariella Vagabundo Photography Hermines Geschichte. Fast 1000 mal wurde der Post inzwischen geteilt.

Schließlich erhielt ich eine Sprachnachricht: „Wir können Hermine helfen!“. Gänsehaut. Freude. Glaube an ein Happy-End.

Karin und Tina haben eine Facebook-Gruppe gegründet. „Spendenflohmarkt für Notfellchen“ lautet ihr Name. Freunde und Fremde versteigern tolle Sachen, um uns zu unterstützen. Der Erlös der Auktionen kommt dem aktuellen Notfellchen zugute, also im Moment meiner Hermine. Auf die Frage, wie sie auf die Idee gekommen sind, diese Gruppe zu gründen, antwortet Tina ganz bescheiden: „Wir wollten einfach Gutes tun und bedürftigen Fellnasen helfen!“. Die Tierarztkosten waren für uns alleine nicht mehr zu händeln, das Ende ist noch nicht abzusehen. Die Menschen, die Verantwortung hätten übernehmen müssen, übernahmen sie nicht. Vielmehr spielten sie mit einem Leben. Menschen, von denen wir niemals Hilfe erwartet hätten, gaben sie uns. Selbstlos. Ehrlich. Aufrichtig. Wie sagte Hermine so schön:

Bildschirmfoto 2015-12-09 um 00.00.18

Schaut doch mal beim „Spendenflohmarkt für Notfellchen“ vorbei, vielleicht habt ihr noch etwas in einer geheimen Kiste versteckt, was ihr schon lange los werden wolltet? Andere freuen sich darüber bestimmt. Und ganz besonders das aktuelle Notfellchen Hermine. Die Ganze Geschichte und regelmäßige Updates findet ihr in der Facebook-Gruppe „Ich liebe meinen Listi“. Social Media rettet Leben. Eine Online-Community. Das seid ihr! Danke <3 hermine

 

0 Kommentare

  1. Brütsch Constanze

    Habe bereits einen Kommentar verfasst und auch geteilt. Falls Du den Kommentar nicht siehst möchte ich an Dich trotzdem eine Frage stellen. Wie weist Du ob die Geschichten die da erzählt werden stimmen?
    Unter dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
    Bei dieser und ähnlichen Geschichten zerreisst es mir fast das Herz und ich denke an das/die Tier/e! Hoffentlich kommt der Aufruf zur Hilfe wirklich den Tieren zu Gute! Soviel Menschen sammeln Geld im Namen der Tiere und wieviele darunter sind die nur das Geld in den eigenen Sack stecken wollen weis man leider nie! Ich bin der Meinung wenn man ein Tier aus einer Tierschutzorganisation/Tierheim holt, dann weis man oder sollte es wissen, dass über das Tier nicht alles immer bekannt ist. Was heisst das, d. h. ich bin mir Bewusst, dass das Tierchen krank sein könnte oder noch wird, das kann einem auch sonst bei einem vermeintlich gesunden Tier passieren. Also wenn ich das doch weis muss ich mit Kosten rechnen, auch mit hohen Kosten. Es gibt in den Uni-Tierkliniken immer einen Härtefall-Fond für Mensschen mit knappem Geldbeutel! Keine Uni-Tierklinik wird ein solches Tier seinem Leiden überlassen und sucht nach einer Lösung. Es gibt Organisationen die genau für solche Fälle da sind, d. h. aber man muss den Nachweis erbringen, dass man in einer finanziellen Notlage ist, dass man bereits bemüht war Arztkosten auch selbst zu tragen. Also woher weis ich denn, ob z. B. die Geschichte von Hermine stimmt? Weshalb wurde da nicht geholfen von Seiten der Tierschutzorganisation/Tierheim? In der Regel sind grad solche Organisationen besorgt, dass geholfen wird und verweisen genau an diese Stellen die ich erwähnt habe, manchmal liefern sie sogar Adressen. Und wenn man doch soviel in Bewegung setzt über das Internet, dann hätte man doch sicher die Gelegenheit auch im Internet noch solchen Hilfsorganisationen zu suchen.
    Ich bin ein sehr skeptischer Mensch, und weis gerne mehr als nur die Tränendrüsen-Mechanismaus-Masche! Bin selbst engagiert in Tierschutzprojekten, mache auch Flohmärkte zur Rettung von Tieren. Ich erkundige mich aber ausführlich wohin das Geld fliesst, wofür es gebraucht wird und vor allem wieviel für Admin. und Werbung aufgefressen wird bevor 1 Euro von meinem Geld oder das eingenommene Geld dort landet wofür es gedacht ist. Es ist schwierig! Aus diesem Grund appelliere ich an Euch, kontrolliert die Geschichten bevor Ihr sie veröffentlicht?! Unter dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Nochmals wie macht Ihr das! Fragt Ihr da nach?
    Liebe Grüsse Constanze

    1. Lisa

      Hallo Constanze,

      allgemeine Fragen zum Spendenflohmarkt und wie, was kontrolliert wird, stellst du am besten der lieben Karin oder Tina aus dem Spendenflohmarkt direkt. Sie nehmen sich gerne die Zeit das Gruppen-Prozedere zu erläutern.

      Zu Hermine: Ich bin die Autorin der Geschichte und auch die Besitzerin von Hermine. Ich habe einen vierstelligen Betrag aus eigener Tasche aufgebracht, ungefähr noch mal so viel durch Spenden gesammelt, weil meine Reserven aufgebraucht waren und ich nicht mehr gewusst hätte, wie ich sonst noch meine Miete zahlen soll. Hermine sollte ursprünglich auch erstmal nur zur Pflege komme, die 300 Euro sollte ich zurückerhalten, falls sie weiter vermittelt wird. Problem: Bereits am nächsten Morgen nach ihrer Ankunft stellte sich heraus, dass sie todkrank ist und sofort behandelt werden muss. Die Vermittlerin war eine gute Bekannte, der ich vertraut habe, sie sprach immer von einem Verein, diesen gibt es aber in Wirklichkeit gar nicht…Als die Kosten auf dem Tisch waren, erhielt ich nur leere Versprechungen, Taten blieben aus. Aber ich konnte sie ja nicht einfach sterben lassen… Ich fand in der Zwischenzeit heraus, dass auch anderen in DL ähnliche Erfahrungen mit den gleichen Vermittlern gemacht haben. Gerichtlich dagegen vorzugehen ist äußerst schwierig, habe unseren Fall mit einer Anwältin für Tierrecht besprochen.

      Beim Spendenflohmarkt ist es so, dass die Admins ehrenamtlich arbeiten, Werbung wird nur durch Mundpropaganda gemacht, mittlerweile hat man aber auch größere Partner für das Projekt gewinnen können. Jeder Euro, den die Flohmarkt-Mitglieder für Hermine gespendet haben, kam auch bei ihr an. Das konnte ich auch mit Arztrechnungen belegen und den Mitgliedern auch direktes Feedback geben, wenn das Geld angekommen war. Es werden Artikel von Mitglieder reingestellt, die dann versteigert werden.

      Hermine hat mittlerweile 5 kg zugenommen, strotzt vor Lebensfreude und ist zu einem festen und geliebten Mitglied in unserer Familie geworden. Ohne die Hilfe vieler anderer, wäre sie vermutlich nicht mehr am Leben…

      Zweifel: Ich finde Zweifel und akribisches Hinterfragen gerade in Geldangelegenheiten immer gut und richtig. Es wird leider viel zu viel Schindluder getrieben, wo man am Ende eben nicht mehr weiß, wem man noch vertrauen kann. Von daher bleib kritisch und wende dich gerne noch mal an die Admins aus dem Spendenflohmarkt für weitere Fragen.

      Liebe Grüße,
      Lisa

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