Was du über Tierarztkosten wissen solltest

Beitrag kommentieren Ein Beitrag von Lisa

Mit deinem neuen tierischen Mitbewohner zieht auch eine enorme Verantwortung mit ins Haus. Neben den Anschaffungskosten, den Kosten für die Grundausstattung und Futter, kommen eine Reihe weiterer finanzieller Aufwendungen im laufe des Tierlebens auf dich als Halter zu.Selbst wenn dein Tier von ernsthaften Erkrankungen und Verletzungen verschont bleibt, fallen regelmäßige Tierarztkosten für Impfungen und Routineuntersuchungen an. Um dir einen kurzen Überblick zu verschaffen, haben wir das Wichtigste einmal zusammengefasst.

Gebührenordnung für Tierärzte

Die Gesamtkosten für die tierärztliche Untersuchung und Behandlung, die notwendigen Medikamente und die Nachsorge des Haustieres variieren zum Teil stark. Das liegt vor allem daran, dass Tierarztpreise nicht verbindlich festgelegt sind. Seit 1990 schreibt jedoch die sogenannte „Gebührenordnung für Tierarzte“ (GOT) Höchst- und Mindestpreise vor, die der behandelnde Tierarzt nicht über- bzw. unterschreiten darf. Innerhalb dieser Spanne kann dein Tierarzt relativ frei entscheiden, was er für seine Leistungen in Rechnung stellt. Die in der GOT aufgeführten Preise beziffern den sogenannten „einfachen“ oder auch Mindestsatz, hinzukommen noch 19% Mehrwertsteuer.

Wann darf der einfache Gebührensatz überschritten werden?

Bei einer länger andauernden Behandlung oder eintretenden Komplikationen, darf der Tierarzt vom Halter den doppelten Satz fordern. Ein bis zu dreifacher Satz darf der Arzt verlangen, wenn dein Haustier am Wochenende, feiertags oder zur Nachtzeit behandelt werden muss. Außerdem kann auch dein Wohnort entscheidend sein, ob du in der nächstgelegenen Praxis den Minimalbetrag bezahlen müsst oder sich die Rechnung am mittleren Gebührensatz orientiert. In ländlichen Regionen fallen die Gebühren in der Regel niedriger aus als in der Stadt. Des Weiteren entscheidet auch der „Wert“ deines Tieres über die Höhe der Rechnung. Das heißt, für deinen Hamster kostet dieselbe Behandlung weniger als für deine Katze. Eine Überschreitung des dreifachen Satzes ist nur im Einzelfall möglich. Dazu muss dein Tierarzt vor Behandlungsbeginn eine schriftliche Vereinbarung mit dir treffen. Für Tiere, die du aus beruflichen Gründen hältst, wie zum Beispiel einen Polizeihund, zahlst du beim Tierarztbesuch den einfachen Satz. Gleiches gilt, wenn dein Tier aufgrund einer behördlichen Anordnung zum Tierarzt geschickt wird.

Achtung: Doppelt abkassieren ist unzulässig

Doppelt abkassieren darf dein Tierarzt nicht, das heißt, ist eine Leistung bereits in einer anderen enthalten, kann er diese nicht mehr extra berechnen. Ist es dir einmal nicht möglich, selbst zum Tierarzt zu fahren, kann er auch zu dir nach Hause kommen. Der Doppelkilometer Wegegeld kostet am Tag 2,30 Euro, mindestens jedoch 8,60 Euro. An Wochenenden, bei Nacht und an Feiertagen erhöhen sich die Gebühren auf 3,40 Euro je Doppelkilometer und mindestens auf 11,40 Euro.
Tierarztkosten können erheblich voneinander abweichen

Die Kosten für den Tierarzt setzen sich also nach dem „Baukasten-Prinzip“ zusammen: Es gibt keine einheitliche Gebührentabelle, sondern lediglich eine Richtlinie, die Unter- bzw. Obergrenzen einzelner Behandlungen beschreibt. Die Gesamtkosten für ein und dieselbe Behandlung fügen sich aus kleineren Bausteinen zusammen, die in der Summe zum Teil erheblich voneinander abweichen können.

Beispiel: Kastration einer Hündin

Hermines Kastration in der Tierklinik kostete 650 Euro. Die Arme leidet außerdem an chronischen Erbrechen. 1500 Euro hat Frauchen beinahe beim TA gelassen, Ende  noch nicht absehbar,

Hermines Kastration in der Tierklinik kostete 650 Euro. Die Arme leidet außerdem an chronischen Erbrechen. 1500 Euro hat Frauchen beinahe beim TA gelassen, Ende noch nicht absehbar,


Auf Tierklinik.de findest du zwei unterschiedliche Ausgangslagen, die am Beispiel der „Kastration einer Hündin“ das Prinzip genauer erklären. Das Beispiel verdeutlicht, dass die Kastration einer Hündin in einer günstigen Tierarztpraxis mit minimalen Materialeinsatz für 200 Euro durchgeführt werden kann, während in der professionellen und modern ausgestatteten Tierklinik der Besitzer mit 550 Euro zur Kasse gebeten wird. Im ersten Fall fallen die Kosten für Praxis und Personal minimal ins Gewicht. Außerdem erfolgt der Einsatz von günstigen Medikamenten. Zur Anästhesie des Patienten wird eine Injektionsnarkose eingesetzt, die Überwachung des Patienten erfolgt nebenbei. Unter Umständen muss das Narkosemittel während der Operation nachdosiert werden, sollte die Hündin vorzeitig erwachen. Anders in der Tierklinik: Hier findet der Eingriff in einem speziell eingerichteten Operationsraum statt, der alle hygienischen Anforderungen gerecht wird. Der Chirurg wird durch einen Assistenten bei seiner Arbeit unterstützt und kann sich somit auf das Wesentliche konzentrieren. Über den gesamten Eingriff hinweg überwacht ein Anästhesist fachmännisch alle wichtigen Körperfunktionen, sodass ein Aufwachen aus der Narkose während der OP ausgeschlossen ist. Die verwendeten Materialien weisen deutliche Unterschiede in der Qualität auf. Bereits die Anschaffungskosten der verwendeten Instrumente schlagen in der Gesamtrechnung der Kastration in der Arztpraxis deutlich weniger zu Buche als in der Tierklinik.

Du wirst also früher oder später dich mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob du an Qualität und Ausstattung bei der Behandlung deines Tieres sparen möchtest oder aber dir Sterilität und Professionalität wichtig ist. Denn über die Höhe des Behandlungspreises entscheiden auch die jeweilig eingesetzte Narkosetechnik, die verwendeten Materialien und möglicherweise Zusatzuntersuchungen, die je nach Gesundheitszustand des Tieres dazu kommen können. Die Kosten für die Kastration eines Katers liegen durchschnittlich bei einem Preis von rund 60 Euro, wenn während des Eingriffs keine weiteren Komplikationen entstehen. Für ein weibliches Tier hingegen fallen schnell mal 90 Euro und mehr an. Dazu kommen unter Umständen noch ein paar Euro für eine Halskrause und die erforderlichen Nachsorgeuntersuchungen.

Vergleichen lohnt sich

Der Blick in ein Vergleichsportal, wie zum Beispiel tierarztkosten.de, kann dir helfen, um die Gesamtkosten so gering wie möglich zu halten oder unterschiedliche Leistungen zu recherchieren. Beim sogenannten „Preis-Leistungs-Check“ kannst du kostenlos die geplante Untersuchung, Operation oder Vorsorgeleistung für dein Haustier vergleichen, bevor du dich für einen Tierarzt in deiner Nähe entscheidest. Besonders für Hundehalter lohnt sich der Vergleich, denn die Tierarztkosten fallen im Unterhalt deutlich ins Gewicht. Neben den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und der Erneuerung des Impfschutzes, werden bei deinem vierbeinigen Freund schnell Behandlungen kleinerer Verletzungen durch Raufereien mit Artgenossen oder das Hineintreten in eine Glasscherbe notwendig. Auch freilaufende Katzen sind vor Umweltgefahren nicht gefeit, nicht selten passieren Kollisionen mit Autos, die schwere Verletzungen zur Folge haben und eine teure OP nach sich ziehen. Hunde und Katzen werden zudem häufig von hartnäckigen Parasiten heimgesucht, deren Bekämpfung oft nur mit tierärztlichem Beistand erfolgreich ist.

Sicherheit für deinen Liebling: Tierarztkosten- und OP-Versicherungen

In diesem Zusammenhang kann es sich unter Umständen für dich lohnen, über eine Tierarztkosten- oder OP-Versicherung nachzudenken. Hier gilt es anhand deiner persönlichen Bedarfslage und der Anfälligkeit deines Tieres zu entscheiden, welche Absicherung für euch sinnvoll ist. Du solltest unbedingt beachten, dass die Versicherung von Tierarztkosten nur bis zu einem bestimmten Alter abgeschlossen werden kann. Deswegen: Besser frühzeitig informieren und sorgfältig abwägen, was du bereit bist für eine Versicherung deines Vierbeiners auszugeben und wie viel du im Notfall für eine dringend notwendige OP aufbringen kannst. Bei der Auswahl einer passenden Versicherung und der Höhe des zuzahlenden Beitrags spielen u.a. die Art deines Tieres, Rasse, das Alter und die Kennzeichnung durch einen Chip oder Tätowierung eine wichtige Rolle. OP-Kosten-Versicherungen gibt es mit und ohne Selbstbeteiligung.

Tiertafeln können im Notfall helfen

Besteht kein Versicherungsschutz des geliebten Haustieres und du gerätst unerwartet in eine finanzielle Notlage, gibt es dennoch Möglichkeiten der tierärztlichen Versorgung deines Vierbeiners. Empfänger staatlicher Transferleistungen und Obdachlose können sich im Notfall an Tiertafeln wenden. Dort werden oftmals nicht nur Futterrationen an Bedürftige verteilt, sondern auch kleinere Behandlungen von einem ehrenamtlich arbeitenden Tierarzt vorgenommen. Das Anliegen der Tafeln ist es, die Versorgung der Tiere sicher zu stellen, damit sie nicht aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten des Halters unterversorgt sind oder gar abgegeben werden müssen. Finanziert werden solche Hilfsprojekte überwiegend durch Spenden. Neben der Tiertafel können auch andere Initiativen und Vereine in brenzligen Situationen Hilfe leisten, um eine Abgabe in ein Tierheim zu verhindern. Doch nicht immer ist der Gang zu einer Hilfsorganisation notwendig. Manchmal genügt es auf einen günstigeren Tierarzt auf dem Land auszuweichen oder um eine Ratenzahlung in der Praxis zu bitten.

Steuererleichterungen für „Berufsbegleiter“

Inge wird zum Rettungshund ausgebildet. Es kann eine Hundesteuerbefreiuung beantragt werden und die Versicherung wird günstiger.

Inge wird zum Rettungshund ausgebildet. Es kann eine Hundesteuerbefreiuung beantragt werden und die Versicherung wird günstiger.


In Ausnahmefällen können die Kosten für den Tierarztbesuch von der Steuer abgesetzt werden. Das ist dann der Fall, wenn dein Haustier gleichzeitig im Rahmen deiner beruflichen Tätigkeit zum Einsatz kommt. Normalerweise sind die Kosten für den Tierarztbesuch weder „Handwerkerleistungen“ noch „haushaltsnahe Dienstleistungen“. Sie können deshalb – im Gegensatz zu den Beiträgen für die Tierhaftpflichtversicherung oder der heimischen Haustierbetreuung durch einen Dritten – steuerlich nicht berücksichtigt werden. Wird dein Tier allerdings aus beruflichen Gründen gehalten, zum Beispiel als Polizeipferd oder Therapiehund, kannst du die Tierarztrechnung als Werbungskosten in deiner Steuerklärung geltend machen.

In jedem Falle sind zukünftige Haustierbesitzer gut beraten, wenn sie sich vorab über die anfallenden Kosten im Krankheitsfall informieren und über mögliche Absicherungen für den „Ernstfall“ nachdenken.

In diesem Sinne, wünschen wir dir eine schöne Zeit mit deinem Liebling und hoffen, dass der Tierarztbesuch für euch die Ausnahme bleibt.

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