Deinem Hund das Bellen abgewöhnen

Beitrag kommentieren Ein Beitrag von Daniel

Hund das Bellen abgewöhnen

Was für uns Menschen das Sprechen ist, ist für unsere besten Freunde das Bellen. Sie bellen aus Freude, weil sie spielen oder Aufmerksamkeit wollen. Ein bisschen Bellen ist also ganz normal und natürlich. Eine typische Verhaltensstörung der Vierbeiner ist dagegen übermäßiges und dauerhaftes kläffen. Diese Kläfferei kann nicht nur das eigene Herrchen zur Weißglut bringen, sondern auch zu Zoff mit den Nachbarn führen. Dabei kannst du einiges tun, um deinem Hund das Bellen abzugewöhnen. Vorausgesetzt, du kennst die Ursache für sein Verhalten.

Ab wann spricht man von einem übermäßigen Bellverhalten?

Bellt dein Liebling durchgängig, wenn er allein zu Hause ist? Wenn du diese Frage mit ja beantworten musst, dann spricht man von einem unangemessenen Bellverhalten. Kaum klingelt es an der Haustür, schon saust er übermäßig kläffend an die Haustür? Er knurrt deinen Besuch an? Ebenso fremde Menschen auf der Straße? Auch dieses Benehmen deutet auf eine Störung, vor allem wenn es schon zur Gewohnheit geworden ist. Gerade bei ausgewachsenen Hunden braucht es dann viel Zeit und Geduld dieses wieder abzutrainieren. Welpen lassen sich da wesentlich einfacher beeinflussen. Je früher du mit der Hundeerziehung beginnst desto besser.

Ursachen für übermäßiges Bellen

Bevor du dir einen Welpen zulegst, solltest du dich gut über seine rassebedingten Eigenschaften informieren. Hunderassen, die sehr viel Bewegung brauchen oder einen starken Wach- bzw. Hütetrieb besitzen, neigen traditionell häufiger zum Bellen als andere. Dazu zählen unter anderem Spitz, Schäferhund und Jack Russell Terrier. Hier ist die richtige Hundeerziehung das A und O.
Ansonsten kann übermäßiges Bellen die unterschiedlichsten Gründe haben. In den allermeisten Fällen aber teilt der Hund seinem Halter so seine Befindlichkeiten mit. Sehr oft bellen Hunde übermäßig, wenn:

  • sie sich allein gelassen oder vernachlässigt fühlen.
  • sie tatsächlich zu lange allein gelassen oder vernachlässigt werden.
  • sie sich langeweilen.
  • sie ihr Herrchen beschützen wollen.
  • sie Angst verspüren oder schlechte Erfahrungen mit anderen gemacht haben.
  • sie krank sind oder körperliche Schmerzen verspüren.

Hunde sind Rudeltiere, die viel Bewegung und Abwechslung brauchen. Werden sie den ganzen Tag lang allein in der Wohnung oder im Garten gelassen, langweilen sie sich irgendwann. Mangels körperlicher und geistiger Beschäftigungsmöglichkeiten, versuchen diese Hunde ihren Frust durch übermäßiges Bellen abzubauen. In anderen Fällen wird so versucht die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Entweder die des Herrchens oder die anderer Leute, wenn der Hund zum Beispiel beim Einkaufen vor dem Laden angebunden wird. Manche Vierbeiner bellen auch aus Angst. Sie fühlen sich unsicher und nehmen ihre Umwelt als bedrohlich wahr. Durch Bellen versuchen sie groß, stark und gefährlich zu wirken. Das soll potenzielle Angreifer in die Flucht schlagen. Um also richtig in Sachen Hundeerziehung zu handeln, solltest du zunächst nach den Ursachen für das übermäßig lange Bellen forschen. Dann erst kannst du mit dem Training zum Abgewöhnen beginnen und auch nur dann wird es erfolgreich sein.

Gehorsam trainieren

Deinem Dalmatiner das Bellen abgewöhnen

Jeder wünscht sich einen braven und gehorsamen Vierbeiner. Dennoch sollte man kommunikativen Hunderassen, die Freude am Bellen haben, in Maßen erlauben sich mitzuteilen. Darüber hinaus ist Grundlagentraining, das Gehorsam vermittelt, entscheidend. Das Training besteht im Grunde darin, dem Hund einfache Kommandos wie „Aus“, “Sitz”, “Bleib”, “Platz”, “Komm her” oder “bei Fuß” beizubringen. Reagiert er auf diese Befehle umgehend und richtig, belohnst du ihn mit einem Leckerli.

Vergiss auch nicht ihn ausgiebig zu loben! Stillsein auf Kommando kannst du deinem Liebling so ebenfalls schmackhaft machen.

Stell dir folgende Situation vor. Es klingelt an der Tür und dein Hund fängt sofort an zu bellen. Was machst du? Hinterher rennen und gleich schimpfen? Schon bist du in die Falle getappt. Viele Hunde fühlen sich durchs Schimpfen nur noch zusätzlich zum Bellen animiert. Besser ist es deinen Bello dreimal bellen zu lassen und ihn dann mit dem Kommando „Aus!“ sofort auf seinen Platz zu verweisen. Ist er still, belohne und lobe ihn umgehend. Aber mit ruhiger und sanfter Stimme. Lautes, aufgeregtes Reden wird von den meisten Vierbeinern als „Mitbellen“ gedeutet und regt nur zum erneuten Bellen an. Du solltest diesen Befehl konsequent nutzen, um unerwünschte Bell-Situationen zu verhindern. Er wird es schnell verstanden haben, besonders wenn du ihn gleich lobst, sobald er aufgehört hat.

Falsches Belohnen

Leider verstehen viele Hundebesitzer das Belohnungsprinzip nicht. Bellt dein Liebling ist es falsch ihn mit Leckerli oder Streicheleinheiten zu beschenken. Er fühlt sich so nur in seinem Verhalten bestätigt. Er erhält Aufmerksamkeit und Zuwendung von dir. Das, was er wollte. Solange er bellt, sollte er besser ignoriert werden. Auch Besucher sollten dazu angehalten werden und keinerlei Freude über das Bellen zeigen. Benimmt er sich schließlich so, wie er soll, solltest du ihm auch Aufmerksamkeit schenken.

Zu einer guten Hundeerziehung gehört auch das Alleinsein üben. Gerade Welpen lernen das schnell. Dafür lässt du deinen kleinen Freund einfach für ein paar Minuten allein. Bellt er in dieser Zeit, solltest du darauf auf gar keinen Fall reagieren. War er dagegen still und brav, belohne ihn mit Streicheleinheiten und Leckerli. Die Zeitabstände sollten nach und nach größer werden. Wichtig, immer konsequent mit dem Belohnungsprinzip arbeiten. Zur Beruhigung kannst du auch das Radio laufen lassen. Falls sich der Flur durch eine Zwischentür verschließen lässt, halte sie geschlossen. Dein Hund kann so nicht unmittelbar vor der Haustür wachen und bekommt auch nicht jedes Geräusch im Treppenhaus mit. Hunde können sich für eine Weile auch sehr gut alleine beschäftigen. Dafür ist ein interessantes Hundespielzeugs geeignet. Natürlich sollte dies nie Ersatz für eine sinnvolle Beschäftigung mit dem Herrchen darstellen.

Intensives Beschäftigen

Bei der Hundeerziehung ist es unverzichtbar regelmäßig Zeit miteinander zu verbringen. Gemeinsam verbrachte Zeit lässt deinen Liebling erkennen, dass es nicht notwendig ist zu bellen, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Allerdings ist es mit zweimal schnell Gassi gehen nicht getan. Hunde und besonders Welpen brauchen viel Aufmerksamkeit und Bewegung, um fit und vital zu bleiben. Sie wollen sowohl geistig als auch körperlich gefordert werden. Das bedeutet am besten lange Spaziergänge am Morgen inklusive Stöckchen holen oder ein im Laub verstecktes Leckerli suchen. Vierbeiner, die sich regelmäßig bewegen, bellen auch weniger, da sie gesünder und besser schlafen. Hundespielplätze oder Hundeparks eignen sich sehr gut zum Austoben. Außerdem lassen sich dort leicht soziale Kontakte zu anderen Hunden aufbauen und pflegen. Für Hunde, die Angst vor fremden Artgenossen haben, ist das besonders wichtig. Durch regelmäßige Schnupper-Kontakte schwindet die Angst. Fremde Hunde werden bald nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen.

Sicherheit schenken

Unsichere Hunde oder solche, die einen großen Beschützerinstinkt besitzen, brauchen einen Halter, der sicher und souverän auftritt. Jede bedrohlich empfundene Situation löst ansonsten Stress aus. Für so einen Hund ist es besonders wichtig, dass sein Herrchen Herr der Lage ist. Das entspannt und gibt ihm Sicherheit. Wie immer sollte das Bellen ignoriert werden. Versuche auch nicht deinen Liebling mit Worten zu beruhigen. Das könnte nur das Bellverhalten verstärken. Lass ihn einfach neben dir herlaufen. Natürlich angeleint. Gehorsamkeitstraining, ausreichend Bewegung und viel gemeinsame Zeit, sind die Zauberworte, um aus einem Kläffer einen gehorsamen besten Freund zu machen. Fühlt er sich sicher und geborgen bei dir, wird er auch weniger bellen!

Antibellhalsbänder

Deinem Mischling das Bellen abgewöhnen

Bleibt das Training dennoch erfolglos, gibt es auch die Möglichkeit ein sogenanntes Antibellhalsband einzusetzen. Antibellhalsbänder sind eines der wirksamsten Hilfsmittel, wenn es darum geht chronisches und übermäßiges Bellen zu stoppen. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen. Sobald der Hund zu bellen beginnt, wird entweder ein unangenehmer Duft oder Signalton freigesetzt. Diese Halsbänder sind für unsere Vierbeiner zwar nicht gesundheitsschädlich, allerdings unter Hundebesitzern und Tierliebhabern sehr umstritten. Wenn du nach erfolglosem Training auf so ein Antibellhalsband zurückgreifen möchtest, solltest du deinen Hund das Halsband nur in deiner Anwesenheit und auch nur zeitweise tragen lassen bis das Problemverhalten korrigiert wurde. Gegen den deutschen Tierschutz verstoßen dagegen die elektronischen Antibellhalsbänder, die auch im Handel erhältlich sind. Diese geben einen elektrischen Schlag ab und sollten von verantwortungsbewussten Herrchen nicht eingesetzt werden.

Gelingt es dir selbst nicht, deinem Hund das Bellen abzugewöhnen, kannst du dich auch an einen erfahrenen Hundetrainer wenden. Tierärzte, die im Bereich Verhaltenstherapie ausgebildet sind, können ebenfalls, um Hilfe gebeten werden.

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