Hundetherapie – die Alternative zur Allgemeinmedizin

eine Antwort Ein Beitrag von Lisa

Der beste Freund des Menschen findet seinen Platz längst nicht mehr nur in heimischen Wohnzimmern und als treuer Begleiter im Alltag. Wissenschaftler und Ärzte fanden heraus, was Herrchen und Frauchen längst wussten: Die Vierbeiner sind eine wahre Bereicherung im Leben und wirken sich positiv auf die menschliche Seele aus.Vertraute Blicke, weiches Fell und die Freundschaft zum Zweibeiner etablieren den Hund als liebenswürdigen Therapeuten. Nicht nur das – jedes Tier ist ein Individuum mit eigenem Charakter und einzigartigen Wesenszügen. Darüber hinaus besitzen sie so etwas wie einen sechsten Sinn und können sich mitunter gut in Menschen hineinfühlen. Unvoreingenommen und ohne Vorurteil treten die Vierbeiner an ihre Patienten heran. Menschen genießen diese Nähe. Insbesondere, wer selbst kein Haustier hält, erfreut sich an der innigen Zweisamkeit. Viele Menschen können sich anderen Menschen nur schwerlich öffnen, weil sie nicht über ihre Beschwerden reden möchten oder kein Vertrauen fassen. Die zu medizinischen Zwecken eingesetzten Fellnasen bringen die besten Eigenschaften mit, welche der Mensch an ihnen schätzt: Freundlichkeit, Vertrautheit und Treue. Oftmals schaffen es die Tiere, einen Zugang zur Seele der Patienten zu finden. Damit ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan.

Kinder und Hunde – eine vielversprechende Konstellation

Wenn du ein Kind fragst, was es sich noch wünscht, fällt oft die Antwort „einen Hund“. Kinder sehen in den Tieren einen Freund fürs Leben, einen Partner, der mit seinem Herrchen bzw. Frauchen „durch dick und dünn geht“. Es fällt Kindern manchmal schwer, sich Erwachsenen gegenüber zu öffnen; vor allem, wenn diese fremd sind. Daher bringen normale Therapien nicht immer den gewünschten Erfolg bzw. bleibt dieser gänzlich aus. Nicht selten fühlen sich beide Seiten – Kinder und Erwachsene – mit der Situation überfordert oder probieren verschiedene Methoden der Behandlung aus. Anders verhält es sich mit den vierbeinigen Doktoren. Sie wecken Freude in den jungen Menschen. Das aufgeschlossene Wesen, welches beispielsweise Labrador und Golden Retriever mit sich bringen, hilft dem Fortschritt ungemein. Kinder bauen eine tiefe Nähe zu ihrem Gegenüber auf und beginnen manchmal sogar von sich aus zu erzählen. Sie sprechen mit dem vierbeinigen Freund und interagieren mit ihnen. Ohne dass es den jungen Patienten wie eine Therapie erscheint, stellen sich mit der Zeit sichtbare Fortschritte ein. Hunde bringen die Geduld auf, die Kinder benötigen – auch über längere Zeit. Resultate sind in manchen Fällen schon nach kurzer Zeit ersichtlich. Viele junge Teilnehmer freuen sich sogar auf die kommenden Therapiestunden und können das Wiedersehen mit der Fellnase kaum erwarten.

Hundetherapie in Altenheimen

Alte Menschen genießen den Umgang mit Hunden ebenso wie Kinder. Schmerzen und andere körperliche Einschränkungen machen vielen Bewohnern des Altersheims das Leben schwer. Viele fühlen sich auch einsam oder haben keine Familienangehörige, die den Rentnern regelmäßige Besuche abstatten können. Altenpfleger kümmern sich zwar nach bestem Wissen und Gewissen um ihre Patienten, dennoch fehlt den alten Leuten häufig eine Bindung zu Gleichgesinnten, zu jemandem, der sie versteht und sich individuell auf sie einlässt. Die Freude der Altenheimbewohner ist dann umso größer, wenn der Besuch der Vierbeiner ansteht. Normalerweise finden die Treffen mehrmals in der Woche statt. Die genaue Anzahl der Therapiestunden wird unter anderem anhand der Notwendigkeit ausgemacht. Es gibt natürlich auch Menschen der älteren Generation, die keine eigenen Kinder haben. Die Schützlinge stellen dann eine Art Kindersatz dar. Mit viel Sensibilität, Neugier und Suche nach Bestätigung treten sie mit den Bewohnern in Kontakt. Diese wiederum erfreuen sich an den Möglichkeiten der Arbeit zwischen Mensch und Tier, streicheln die schwanzwedelnden Schnautzer und geben einfache Befehle. In solchen Momenten vergessen viele Rentner ihre Alltagsprobleme, Beschwerden scheinen für kurze Zeit zu verschwinden, Lebensfreude und das Gefühl der Verbundenheit kehren ein.

Vierbeinige Doktoren gegen Aggressionen, Ängste und andere Probleme

Körperliche Beschwerden lassen sich mit Hunden nur bedingt behandeln. Vielmehr geht es darum, die Seele der Patienten auf positive Art zu berühren. Unterdrückte Emotionen sowie unausgesprochene Empfindungen bedrücken einen Großteil der Betroffenen. Ein ebenfalls häufig aufgegriffener Therapiepunkt ist das Thema Angst. Ängste und Phobien zeigen sich in allen Altersklassen bei Menschen auf unterschiedliche Weise. Am leichtesten gestaltet sich die Arbeit bei Menschen, die lediglich schüchtern sind. Richtige Angstpatienten bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Die therapierenden Hunde reflektieren das Verhalten der Menschen. Vor aggressiven Patienten weichen sie zurück. Einige Menschen haben sogar schlechte Erfahrungen mit Hunden oder anderen Menschen durchleben müssen. Das vertrauenswürdige Wesen der Tiere löst die Furcht. Abhängig vom Grad der Emotion und dem Wesen des Patienten werden Erfolge unterschiedlich schnell erzielt. Nicht nur Ängste und Aggressionen gehören zum Repertoire der Therapie. Es werden sprachliche Begabung, soziale Kompetenz sowie gesundheitliche Aspekte und weitere Bereiche geschult.

Ausbildung und Arbeit im Therapiezentrum

Nicht jede Fellnase eignet sich zum Therapeuten. Es gibt Rassen, die aufgrund ihres Wesens und ihrer Intelligenz bevorzugt bei der Hundetherapie eingesetzt werden. Neben Retrievern kommen auch Border Collies und Australian Shepherds zum Einsatz, hin und wieder auch Schäferhunde und Mischlinge. Dabei spielt die Rasse weniger eine Rolle als das Wesen und der Charakter. Die ersten Wesenszüge zeigen sich bereits nach der Geburt eines Welpen. Bereits im jungen Alter beginnt daher die Auswahl der zukünftigen Helfer. Bevor die Fellnase mit der eigentlichen Ausbildung beginnt, kennt sie bereits alle Alltagssituationen, ist vertraut mit Lärm und dem Umgang mit Menschen und anderen Tieren. Mit etwa einem Jahr ist das Wesen des Welpen gefestigt. Ab diesem Alter fängt das Training an. Für die Lehrstunden, welche vier- bis fünfmal in der Woche stattfinden, sind spezielle Ausbilder zuständig. Diese gehören oft Vereinen an und sind in den Therapiezentren tätig. Grundkommandos wie „Sitz“ und „Platz“ stellen nur das Fundament dar. Die Lehrlinge bekommen allerhand anderer Befehle beigebracht. Später sind die fleißigen Helfer in der Lage, bestimmte Gegenstände zu betätigen, aufzuheben und zu bringen. Auch verschiedene kommunikative Fähigkeiten zur Interaktion mit den Patienten werden geschult. Nicht nur die Schützlinge müssen lernen, auch ihre Hundeführer lernen verschiedene Zeichen und Kommandos für die spätere Zusammenarbeit. Möchtest du deinen vierbeinigen Freund ausbilden lassen, entstehen verschiedene Kosten. Je nach Zentrum fallen entweder nur die An- und Abfahrkosten an, da es sich um ehrenamtliche Arbeit handelt. Andere Hundetherapiezentren erheben auch Gebühren, die zumeist zwischen 1.000 Euro und 1.500 Euro liegen. Selbstredend variieren die Preise und hängen beispielsweise von der Zahl der in Anspruch genommenen Stunden ab. Die Gebühr wird unter anderem für Materialien, Kurse und Prüfungen verwendet. Nach erfolgreich absolvierter Ausbildung darf der Hund zur Therapie eingesetzt werden.

Teilt diesen Beitrag, wenn ihr auch davon überzeugt seid, dass mehr Menschen von der Möglichkeit einer Hundetherapie erfahren sollten. Was sind eure Erfahrungen mit Hunden als Therapeuten? Erzählt uns davon!

1 Kommentar

  1. Sarah Mon

    Mein Liebling ist kein ausgebildeter! Aber er ist wirklich mein Therapeut! Er spiegelt mich und zeigt mir so wie’s mir gerade wirklich geht. Durch ihn habe ich Verbindung zu meinem inneren Kind. Er bringt mir im Alltag so nebenbei Achtsamkeit und Selbstfürsorge bei bzw. sorgt dafür, dass ich es durchziehe. Hält mich im Hier und Jetzt. Gibt mir eine Tagesstruktur und Aufgabe. Und ganz nebenbei bringt er mich oft zum Lachen und wir kuscheln zusammen! Er begleitet mich immer überall mit hin, egal um welche Uhrzeit und wohin. Und wenn ich traurig bin tröstet er mich! Ich hatte in meinem Leben noch nie so einen treuen, haltgebenden Freund und Begleiter!!!!!

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