Die Körpersprache deines Hundes richtig verstehen

2 Antworten Ein Beitrag von Christopher

Die Körperhaltung eines Hundes ist ein wichtiges Instrument, um sich mit seinen Artgenossen und mit seinen Mitmenschen zu verständigen. Damit das so gut wie möglich gelingt, solltest du dich bemühen, alles über die Körpersprache deines Hundes zu lernen und diese Kenntnisse in den Alltag zu integrieren. Nur auf dieser Grundlage wird das Zusammenleben eine Partnerschaft, von der beide profitieren. Wer die Körpersprache seines Hundes nicht deuten kann läuft Gefahr, dass Missverständnisse auftreten. Diese stören und erschweren nicht nur die Beziehung zwischen dir und deinem Liebling, sondern stellen sogar ein Risiko für andere Menschen und Tiere dar. Der Hund sendet über die gesamte Körperhaltung oder über die Stellung einzelner Körperteile Signale aus, die warnend oder fordernd sind, oder die eine spezielle Stimmungslage ausdrücken. Eine Ursache für einen erschwerten Umgang mit dem Tier, kann das fehlende Verständnis und das nicht vorhandene Wissen sein. Das führt meist zu einem angespannten Verhältnis, bei dem sowohl gegenseitiges Vertrauen als auch das Gefühl der Sicherheit auf beiden Seiten fehlt. Falscheinschätzungen von Körperhaltung, Bewegungen oder der Mimik des Gesichts tragen dazu bei, dass Halter falsch reagieren und im Laufe der Zeit sogar die Kontrolle über ihren vierbeinigen Freund verlieren. Die Folge kann eine Abgabe des Tieres sein, weil die artgerechte Haltung nicht mehr zu gewährleisten ist. Insbesondere große Hunde leiden darunter, wenn deren Eigentümer überfordert sind.

gefahr-wiitern-blick-nach-obenAuf welche Körperteile musst du achten

Ein Hund hat eine Fülle an Möglichkeiten, sich mit seinem Körper auszudrücken. Das erfolgt über den Schwanz, den Rücken, den Nacken, den Kopf, die Ohren und den gesamten Korpus. Darüber hinaus zeigt uns die Fellnase mit Geräuschen wie dem Bellen, Jaulen und Knurren, was los ist. Weitere Arten, sich mit uns und anderen Tieren zu verständigen, sind das Kräuseln oder Rümpfen der Nase, das Fletschen der Zähne und der Augenkontakt. Die Körpersprache eines Vierbeiners ist also sehr umfangreich und geht weit über das intuitive Erkennen der vermeintlichen Aussage durch den Hundehalter hinaus. Wenn du bei deiner Fellnase die Körpersprache entsprechend deuten kannst, vermeidest du, dass du von deinem Tier nicht dominiert wirst. Außerdem werden häufig einzelne Reaktionen nicht eindeutig interpretiert, sodass die Bedeutung gerade bei Laien unterschiedlich ist. Ein klassisches Beispiel ist das Wedeln mit dem Schwanz, das nicht immer für Freude bei der Begrüßung, sondern teilweise für innere Erregung steht.

Dominanz ist ein wichtiger Bestandteil

In der Hundewelt ist ein dominantes Verhalten nicht in jedem Fall vorteilhaft. Durch den Kontakt mit den Augen macht dir dein Vierbeiner deutlich, ob er sich unterwirft oder ob er dich respektiert. Hält dein Liebling deinem Blick stand, wenn du direkt in seine Augen schaust, dann respektiert er dich. Senkt er den Blick sofort, begegnet er deinem Blick unbeeindruckt und hält ihm Stand. Somit hat dich das Tier nicht als seinen Rudelführer akzeptiert. Ein grundlos anhaltender Blickkontakt kann zudem ein aggressives Verhalten fordern, weil das für deine Fellnase als Provokation gilt. Gähnende Hunde zeigen ihre Unterwerfung. Sie drücken mit dem Gähnen aus, dass sie sich beruhigen und entschärfen so einen angespannten Moment.

schnueffeln-bei-anderen-hundenMimik und Körperhaltungen deuten

Hunde können folgende Stimmungslagen ausdrücken: Droh- und Imponiergehabe, das Anzeigen von Demut, Unterwerfung und Beschwichtigung. Erweitert wird dieses Spektrum durch das Zeigen von Angst und Verunsicherung sowie von Spiel und Freude. Wenn es um eine Angriffsdrohung geht, dann zieht die Hunde die Lippenwinkel zurück, was zu einer Verkürzung der Lippen führt. Die Vorderzähne werden sichtbar, der Schwanz und der Kopf sind erhoben. In Kombination mit Lauten wie einem tiefen Knurren, steht der Moment des Angriffs kurz bevor. Geht es um das Anzeigen einer Abwehrhandlung, dann erkennst du das daran, dass dein Vierbeiner die Zähne fletscht, die Schnauze öffnet und den Kopf einzieht. Der Schwanz ist meist zwischen die Hinterbeine geklemmt und das Gesicht zeigt deutlich eine starke Verunsicherung. Von Hundepsychologen wird in diesem Zusammenhang von einem sogenannten „Welpengesicht“ gesprochen. An diesen beiden Beispielen wird sichtbar, dass es bei der Hundekörpersprache überwiegend um die Kombination mehrerer Körperteile geht.

Dein vierbeiniger Freund entspannt sich, wenn seine Rute nicht aufgerichtet ist, die Ohren stehen oder hängen ganz nach Rasse (es gibt Schlapp- und Stehohren) und er eine gleichmäßige und lockere Körperhaltung aufweist. Wird deine Fellnase auf irgendetwas in der Umwelt aufmerksam und richtet sich sein Interesse genau auf diese Auffälligkeit, spannt sich sein Körper an, der Kopf richtet sich auf und der Blick geht in die entsprechende Richtung. Um Geräusche besser wahrnehmen zu können, bewegen sich die Ohren in Richtung Akustikquelle. Möchte dein vierbeiniger Freund mit dir spielen, dann wird er den vorderen Körperbereich senken, die Vorderbeine auseinanderstellen und mit dem Schwanz wedeln. Manche Tiere wälzen sich auf dem Boden oder stupsen dich mit ihrer Schnauze an. Diese Körperhaltung nutzen Hunde zusätzlich, um die Spannung aus einem prekären Augenblick zu nehmen, oder diese in eine andere, für sie erträglichere Richtung zu lenken. Diese Reaktion zählt zu den Calmingsignalen. Zu diesem Thema gibt es interessante weiterführende Literatur.

2 Kommentare

  1. Helma Schmidt

    Wenn ich meinen Hund in die Augen schaue , sieht er mich stur an nach einiger Zeit fängt er an zu niesen und bellt leise was sich wie wuff, wuff anhört springt mit seinen Vorderpfoten auf den Boden und geht rückwärts hat aber immer Blickkontakt zu mir und plötzlich rennt er los immer wieder das gleiche wie vorher machend nur mit mehr auf den Boden springen Akzeptiert er nun mich als Rudelführer oder versucht er zu dominieren und wo bekomme ich Bücher über die Körpersprache des Hundes ??

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