Hunde – Wölfe mit Hierarchien

Beitrag kommentieren Ein Beitrag von Meike

Der Hund wurde vor ca. 19.000 – 32.000 Jahren in Europa domestiziert. Trotzdem hat er immer noch einige Verhaltensweisen mit dem Wolf gemein. Zwar sind unsere vierbeinigen Begleiter sehr gut an uns und unsere Lebensweise angepasst, aber wenn es um Futter geht, wird oftmals selbst der liebste Schoßhund zum Raubtier.
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Nun haben Forscher herausgefunden, dass Hunde zwar sehr umgänglich ihren Menschen gegenüber sind, sich verglichen mit dem Wolf aber im eigenen Rudel oft sehr rüpelhaft benehmen. Zu Studienzwecken fütterten Biologen je einer Gruppe Wölfe und einer Gruppe Hunde große Knochen und Fleischstücke. Während rangniedere Wölfe ihr Futter auch vor ranghöheren Tieren verteidigten, überließen devote Hunde ihres sofort ihren dominanteren Artgenossen.

Dies liegt wohl daran, dass Alphawölfe in der Futtersituation Drohgebären rangniederer Wölfe wesentlich besser tolerieren als ranghohe Hunde, die sofort aggressiv auf rangniedere Tiere reagierten.

„Sensitivität gegenüber einem höheren Rang scheint bei Hunden stärker ausgeprägt zu sein als bei Wölfen“, berichtet Friedericke Range, Verhaltensforscherin der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Wolf_1Diese Ergebnisse zeigen, dass Hierarchien bei Hunden wesentlich stärker ausgebildet sind als bei Wölfen. Dies hatte möglicherweise einen starken Einfluss auf die Domestikation, da sich die die Menschen immer nur die gehorsamsten und folgsamsten Tiere zur weiteren Zucht aussuchten.

Durch die Fähigkeit der Hunde „sich-führen-zu-lassen“, wurde erst ein Zusammenleben mit ihnen möglich. Eine weitere interessante wissenschaftliche Erkenntnis ergab eine vor kurzem veröffentliche japanische Studie. Diese zeigte, dass bei Blickkontakt zwischen Hunden und ihren Besitzern das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, dass die Bindung extrem verstärkt. Es handelt sich hierbei um dasselbe Hormon, das die Eltern-Kind-Bindung stärkt.

Habt ihr das „Raubtierverhalten“ bei euren Vierbeinern auch schon mal beobachten können? Schreibt uns!

0 Kommentare

  1. Julia

    Hallo Meike,

    spannende Studie, von der ich bislang noch gar nichts gehört habe. Vielen Dank für die Zusammenfassung!

    Im Unterbewusstsein habe ich es mir immer ähnlich vorgestellt, aber so hat es ja doch einen ganz anderen Wert 🙂

    Viele Grüße
    Julia

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