Hundespielzeug selber basteln

3 Antworten Ein Beitrag von Christopher

Das Spielen ist für Hunde eine notwendige Lebenserfahrung. Als Welpe beweisen sie sich im Spiel mit ihren Geschwistern und werden so auf das Leben vorbereitet: So lernen sie beim Toben und Rangeln den Umgang miteinander.
Sie stecken ihre Grenzen ab, wenn der Gegner zu heftig zwickt, lernen ihre Fähigkeiten kennen oder ziehen sich zurück, wenn sie müde sind. Spielen fördert die Intelligenz des Hundes. Nicht jeder Hund ist zufrieden, sobald seine Bedürfnisse nach Nahrung und einem Schlafplatz gesichert sind. Je nach Rasse und Charakter wollen Hunde auch geistig gefordert werden. Ein Boarder-Collie wurde bekannt dafür, dass er einige Hundert verschiedene Spielzeuge aufgrund ihrer Bezeichnung unterscheiden konnte. Bei der Ausbildung von Spürhunden wird ihr vorhandener Spieltrieb als Motivation eingesetzt. Du hast keinen Welpen und keinen Spürhund? Macht nichts. Für jeden Hund kann das Spiel Belohnung sein. Zudem ist es oft Grundlage für eine gute Erziehung. Der Hund hat sich gut benommen, dann darf er spielen. Der Hund blieb während einer langen Autofahrt geduldig auf seinem Platz? Nach der Ankunft lässt Herrchen ihn das Lieblingsspielzeug apportieren und der Stress der Autofahrt ist vergessen. Um Spielen als sinnvolle Belohnung zu nutzen und damit auch die Bindung zwischen dir und deinem Hund zu stärken, ist es wichtig, einige Regeln zu befolgen. Der Hund darf nicht übersättigt werden. Liegt in seinem Körbchen eine Armee an Spieltieren, Quietschebällen und Zerr-Seilen, ist dein Hund nicht mehr motiviert, die Dinge zu benutzen. Pack sein Spielzeug weg, sodass es wirklich eine Attraktion für ihn ist, wenn du es hervorholst. Dann bedeutet das für deine Fellnase „Frauchen/Herrchen will Zeit mit mir verbringen!“.

Welches Spielzeug für welchen Hund?

Hunderassen haben unterschiedliche Bedürfnisse, die bei der Auswahl des Spielzeugs berücksichtigt werden sollten. Auch die Lebensform des Hundes und sein Charakter sind wichtig. Wenn sich dein Energiepaket richtig auspowern soll, bis es glücklich und erschöpft in sein Körbchen fällt, ist vielleicht ein Apportierspiel auf der großen Wiese das Richtige. Oder ist der Hund weniger sportlich, sondern vielmehr ein Kuscheltier? Dann freut er sich wohl eher über ein Versteckspiel, bei dem er richtig toll geknuddelt wird, wenn er sein Herrchen oder Frauchen wieder gefunden hat. Dein Hund gehört schon zu den grauen Schnauzen? Intelligenzspiele können ihn geistig fordern und damit fit und lebenslustig auch im hohen Alter halten, wenn das Laufen und Toben schon schwerer fallen.

Kann ich Hundespielzeug basteln?

Das Angebot an Hundespielzeug und entsprechender Literatur ist im Fachhandel groß. Darauf solltet ihr allerdings achten: Das Spielzeug darf keine Gefahr für den Hund darstellen. So kann das beliebte Stöckchen zu bösen Verletzungen führen, wenn es zu dünn ist und der Hund es sich beim Versuch es zu fangen, in den Rachen rammt. Auch die Bälle aus dem Tennisverein sind nicht zum unbeaufsichtigten Dauergebrauch geeignet, da der Filzbelag schmirgelt und die Zähne des Tieres schädigen kann. Außerdem können vulkanisierte Gummiteile verschluckt werden, die möglicherweise Atemprobleme oder gar einen Darmverschluss verursachen. Hundespielzeug ist aus ungiftigem Latex oder Naturgummi. Das Spielzeug sollte also der Belastung durch ein Hundemaul gewachsen sein. Farbe und Styling seiner Spielsachen hingegen sind für den vierbeinigen Freund bedeutungslos. Hier können Hundehalter ihren modischen Vorlieben nachgeben. Und einen auffälligen roten Ball findet man auf der Wiese oder im Schnee leichter als einen unscheinbaren. Mittlerweile gibt es auch leuchtendes Equipment für den Spaziergang in der Dämmerung oder nachts. Natürlich muss das Spielzeug so gestaltet sein, dass der Hund keinesfalls an die Energiequelle kommt und Batterien oder Leuchten verschlucken kann.

Der Kostenfaktor

Je nach Beanspruchung durch den gassi-gehen-mit-ball-spielen-verbindenHund ist auch der Kostenfaktor mit entscheidend. Manche Hunde tragen ein quietschendes Kuscheltier aus ihrer Welpenzeit, mit dem man ihnen den Abschied von Mama und den Geschwistern erleichtert hat, ihr Leben lang treu bei sich und freuen sich über jeden Quietschton. Vergnügt sich jedoch ein großer Hund mit seinen Hundekumpels bei Zerrspielen mit einem Knotentau, so ist die Lebensdauer dieses Spielzeugs begrenzt. Teuer wird es auch, wenn der Hund schnell gelangweilt ist und ständig Neues fordert. Daher kann man überlegen, intelligentes Spielzeug für Hunde selber herzustellen. Im Internet finden sich jede Menge Hundeliebhaber, die ihre Hunde und eine Bastelanleitung für Hundespielzeug zeigen. Je nach Fantasie und Basteltalent reichen die Ideen von einer Krake aus alten Socken über einen Schuhkarton, der geöffnet werden muss, um an ein Leckerli zu kommen, bis zu komplizierten Tischlerarbeiten, bei denen der Hund eine Belohnung findet, wenn er die richtigen Klötzchen verschiebt. Auch hier gilt es, jede Gefährdung des Hundes zu vermeiden. Man kann etwa ein Seil aus alten T-Shirts flechten – je nach Größe des Hundes dicker oder dünner; hier sollte darauf geachtet werden, dass keine Knöpfe oder Metallteile enthalten sind, die der Hund verschlucken kann.

Intelligenz- und Futterspiele

selbst-gebastelte-puppe-in-lila-fuer-den-hundAnstelle der Tobespiele mit Zerren oder Holen und Bringen sind Intelligenzspiele für jeden Hund geeignet. Der Hund erhält dabei Aufgaben, die er lösen muss, und bei richtiger Lösung winkt ein Leckerli als Belohnung. Der Fachhandel bietet für diese Spiele unzählige Varianten aus Holz oder Kunststoff an. Allen gemeinsam ist, dass der Hund seine Belohnung sucht und mit Pfote oder Schnauze eine mechanische Vorrichtung auslöst, die letztlich seine Belohnung freigibt. Die einfache Do-it-yourself-Variante besteht aus einigen leeren Joghurtbechern. Befülle einen davon mit dem Lieblingsleckerli deines Hundes – Leberwurst, oder? Die leeren Becher und der Becher mit der Leberwurst werden in einer Reihe einige Meter vor ihm auf den Boden gestellt. Nun geht man zu ihm, zeigt ihm ein Stückchen von der Belohnung und lässt ihn daran riechen – es aber nicht fressen . Dann geht man zur Becherreihe zurück und benimmt sich, als würde man die Leberwurst unter einen der Becher legen. Anschließend darf der Hund an die Becher und man dreht ihn um, sobald der Hund den richtigen Becher erkannt hat. Kann er diese Übung, lassen sich die Becher vertauschen wie beim Hütchenspiel. Oder man nimmt neben der Lieblingswurst unterschiedlich attraktive Geruchsträger wie Teebeutel, Kaffeepulver oder ein Stückchen Brot. Am Ende des Spiels werden die Becher aufgeräumt, damit der Hund sie nicht frisst. Für Hunde mit Gewichtsproblemen eignen sich Futterspiele, die sie beschäftigen. So wird ein Teil der Futtermenge nicht im Hundenapf verabreicht, sondern der Hund erspielt sich sein Futter. Auch hier bietet der Handel Varianten von Bällen, Kongs oder sonstigen befüllbaren Spielzeugen an, die das Futter nur dann freigeben, wenn der Hund das Spielzeug entsprechend bewegt, sodass das Futter aus der Öffnung fällt. Bei der Do-it-yourself-Methode bohrt man Löcher in passender Größe für die Leckerlis in eine stabile Papprolle, verschließt die Rolle oben und unten und schon ist das Spielzeug fertig. Der Hund ist damit beschäftigt, die Rolle zu wenden und zu bewegen, bis eines der Leckerlis herausfällt. Dieses Spiel beschäftigt auch Bürohunde unter dem Schreibtisch. Allerdings sollten diese – im Interesse der menschlichen Kollegen, die das Büro betreten – nicht dazu neigen, ihr Futter zu verteidigen.

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