Gefahren am Wegesrand I: Botulismus beim Hund

4 Antworten Ein Beitrag von Meike

Schon lange ist das Krankheitsbild des Botulismus bei Pferden, Rinder, Wasservögeln und Menschen bekannt, doch auch für unsere Vierbeiner kann es zu einer großen Gefahr werden. Während beim Menschen vor allem verdorbene Fleischkonserven zu dieser Vergiftung führen, sind die Hauptgefahrenquellen für Tiere kontaminierte Wunden und verunreinigte Gewässer. Besonders durch die Hitze der vergangenen Wochen wurden perfekte Bedingungen für das Bakterium „Clostridium perfringens“ geschaffen, das das Botulinumtoxin produziert.

Dieses Bakterium kommt weltweit in der Erde, Gewässern und auch in der Darmflora vor, kann aber unter Umständen sehr gefährlich werden. Das Bakterium gelangt vor allem durch Tierkadaver von Kleinnagern oder Vögeln in die stehenden Gewässer. Dort findet es für sich die idealen Bedingungen – Wärme und die Abwesenheit von Luft – vor, wodurch es sich binnen kürzester Zeit stark vermehren kann. Dann bildet es Botulinumtoxin, ein Nervengift, welches zu einer Lähmung der Muskulatur führt. Diese Wirkung sorgt auch dafür, dass es in der Schönheitschirurgie beim Menschen unter dem Namen „Botox“ Verwendung findet und dort durch Lähmung der Gesichtsmuskulatur für eine junge und straff aussehende Haut sorgt.
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Botulinumtoxin ist das zurzeit stärkste bekannte bakterielle Gift weltweit, was es so besonders gefährlich macht.

Was sind die Symptome?

Bei einer Vergiftung beginnen die Symptome meist erst einige Stunden bis Tage nach der Aufnahme und können sich als Koordinationsprobleme, vermehrtes Speicheln, flache Atmung und Probleme bei der Wasser- und Futteraufnahme zeigen. Typischerweise kommt es zu einer Lähmung, die an den Hintergliedmaßen beginnt und sich dann in die vordere Körperhälfte ausbreitet. Zu Fieberschüben kommt es hierbei nicht. Schließlich führt die Vergiftung zum Erstickungstod durch die Lähmung der Atemmuskulatur.

Auch wenn Hunde und Katzen kaum empfänglich für dieses Gift sind, kann es dennoch in seltenen Fällen und bei Aufnahme von hohen Konzentrationen zu den oben genannten Symptomen kommen. Vor allem die aufgenommene Menge des Toxins ist für den Krankheitsverlauf und die weitere Prognose maßgeblich entscheidend. Es bleibt festzuhalten: Botulismus beim Hund kann gefährlich werden.

Was kann man bei einer Vergiftung tun?

Liegt die Aufnahme noch nicht lange zurück, ist eine möglichst schnelle Entleerung des Magen-Darm-Trakts vor dem Auftreten der Symptome sinnvoll. Wenn es dennoch zu den Symptomen kommt, müssen zwingend Maßnahmen zur Erhaltung der Körperfunktionen ergriffen werden. Eine spezielle Botulismustherapie gibt es nicht.
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Wie wird die Vergiftung nachgewiesen?
Der diagnostische Nachweis dieser Vergiftung wird meist über die klinischen Symptome gestellt. Zudem kann ein Giftnachweis aus Organen und Körperflüssigkeiten vorgenommen werden, diese Methode wird allerdings nur von speziellen Labors angeboten.

Auch wenn Botulismus extrem selten beim Hund vorkommt ist es ratsam, seine Vierbeiner nur aus fließenden Gewässern trinken zu lassen oder ihm mitgebrachtes Leitungswasser anzubieten. Stehendes Gewässer sollte grundsätzlich als Wasserquelle gemieden werden.

Passt auf eure Fellnasen auf und berichtet anderen von der Gefahr durch die Bakterien in stehenden Gewässern!

4 Kommentare

  1. Heine Andrea

    Hallo Maike,
    ich habe eine Frage an dich! Meine 4 jährige Golden Retriever Hündin leckt sich den Rutenansatz und Anus wund. Wurmbefall kann ausgeschlossen werden. Es liegt an den Analdrüsen, die sind laut TA aber nicht prall gefüllt und auch nicht entzündet. Sowie eine geringe Menge drin ist fängt sie an ! Was kann ich tun?

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  5. Bärbel Nickel

    Das ist ja ganz schrecklich. Davon habe ich noch nie gehört. Auf jden Fall eine sehr wichtige Info. habe soeben von einer Frau gehört, die ihre 2 Hunde wegen dieser Erkrankung einschläfern lassen mußte.

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