Gefahren im Sommer VIII: Grasmilben beim Hund

eine Antwort Ein Beitrag von Sandra

Was gibt es Schöneres als einen Sommertag mit dem geliebten Vierbeiner bei einem Spaziergang ausklingen zu lassen. Natürlich geht es durch Wälder und Wiesen – einfach gemeinsam die Zeit verbringen. Doch kaum ist man zu Hause, kratzt sich der Hund. Man vermutet zunächst nichts Schlimmes, doch schon bald macht man sich Sorgen. Spätestens wenn sich ein extrem juckender Hautausschlag bemerkbar macht, schellen die Alarmglocken. Doch was ist das? Flöhe? Nein! Es sind Grasmilben auf dem Hund!

Grasmilben sind kleine Spinnentiere und gehören zu den Ektoparasiten. Diese ernähren sich von Gewebsflüssigkeiten und Lymphen. Oft werden sie auch als Herbstgrasmilben, Heumilben oder Grasläuse bezeichnet. Sie lauern meist auf Wiesen, vor allem da wo Tiere weiden. Doch Auch vor dem heimischen Garten machen die kleinen Plagegeister nicht halt.

Woran erkenne ich, das mein Hund Grasmilben hat?

Wenn sich der Hund auffällig oft kratzt und die Haut anfängt sich zu röten, sollte man schleunigst etwas unternehmen. Das Jucken ist so stark, dass die Fellnasen mit dem Kratzen nicht aufhören können. Durch das Knabbern und Jucken entstehen Verletzungen auf der Haut des Hundes, eine Infektion durch Schmutz und Bakterien kann im schlimmsten Falle folgen – und das wird äußerst schmerzhaft für das geliebte Tier.

Die Larven der Spinnentiere lassen sich relativ gut erkennen und können mit einem Flohkamm ausgekämmt werden, bei voll entwickelten Grasmilben wird es schon schwerer. Diese sind kaum mit dem bloßen Auge zu erkennen. Die Milben stechen häufig mehrmals in die selbe Stelle, vor allem da, wo sich wenig Fell und dünne Haut befindet. An den Innenschenkeln, am Bauch, den Ohren und Ellenbogenbeugen ist das der Fall. Wenn sich der Hund dort kratzt, eine starke Rötung und noch Einstichstellen zu sehen sind, kann man davon ausgehen, dass der Vierbeiner von Milben befallen ist.

Foto: www.bertramhygiene.de

Foto: www.bertramhygiene.de

Die kleinen Spinnentiere vermehren sich explosionsartig, sie legen ca. 20 Eier am Tag und werden meist zu spät bemerkt. Hast du Grasmilben bei deinem Hund bemerkt, sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann geeignete Medikamente oder ein Hundeshampoo gegen Milben bzw. ein Parasiten-Shampoo verordnen, in manchen Fällen kann auch eine homöopathischen Behandlung sinnvoll sein. Auch Hausmittel haben sich zur Erstversorgung eines Milbenbefalls bewährt. Hierzu werden die Pfoten mit verdünntem Apfelessig (1 zu 5) abgewaschen und die gereitzten Stellen mit Calendulatinktur eingerieben. Des Weiteren müssen alle Liegeplätze des Hundes gründlich gereinigt werden, da sich sonst der Hund bzw. der Mensch erneut anstecken kann. Milben können auch auf Menschen übertragen werden.

Was kann ich tun, dass mein Hund keine Grasmilben bekommt?

Um eine Ansteckung mit Grasmilben zu verhindern, kann man nur Wiesen und Grasflächen meiden. Das ist natürlich keine Lösung, die Hund und Herrchen zufrieden stellt. Ein ganz einfacher Test hilft, Milben auf den Spielwiesen und dem heimischen Rasen sichtbar zu machen. Dafür benötigt man nicht viel, nur Sonne und ein weißes Blatt Papier. Man legt das Blatt auf die Test-Wiese in die Sonne und wartet. Schon bald werden sich die Spinnentiere zum gemeinschaftlichen Sonnenbad auf dem Blatt versammeln. Damit ist bestätigt, dass es auf dieser Fläche Grasmilben gibt. Für den heimischen Rasen gibt es dann verschiedene Möglichkeiten die Parasiten wieder los zu werden. Von einem Brennessel-Gemisch bis zur Chemiekeule ist alles möglich, am besten lässt man sich dazu in einem Gartenmarkt beraten. Was beim eigenen Garten funktioniert, ist bei der großen Spielwiese etwas schwierig, in dem Fall sollte man versuchen einen anderen Spielplatz für den besten Freund zu finden.

Foto: Rolf Piepenbring

Foto: Rolf Piepenbring

Auch in diesem Fall gilt wie immer: Keine Angst. Wenn ihr eure Fellnasen beobachtet und sie euch genau anseht, steht einem tollen Sommer nichts im Wege.

Hatten eure Hunde schon einmal Grasmilben? Wie habt ihr sie behandelt? Erzählt uns eure Geschichte.

Kennt ihr schon unsere anderen Artikel der Reihe „Gefahren im Sommer?“ Besonders an heißen Sommertagen freut sich der Vierbeiner über eine Abkühlung, doch gerade beim Baden lauern unterschätzte Gefahren, das Wasser selbst kann zu einer Vergiftung führen. Alle Artikel der Serie kannst du dir kostenlos als E-Book downloaden.

1 Kommentar

  1. Monika + Vibi

    Uns hilft seit vielen Jahren immer Brottrunk gegen Grasmilben. Das war eine Empfehlung von unserer Heilpraktikerin.
    Die Milben mögen wohl keinen Brottrunk und bleiben daher fern.
    Ich tauche immer die Pfoties in eine Schale mit etwas Brottrunk. Das mache ich direkt vor dem Gassi, weil dann genügend Ablenkung da ist, dass die Pfoten nicht gleich wieder abgeleckt werden.
    Diese Behandlung hat bisher nie irgendwelche Unverträglichkeitserscheinungen gezeigt und ist auch nicht so kostenintensiv.

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