Gefahren am Wegesrand III: Weidezaun und Pferdekoppel

3 Antworten Ein Beitrag von Sandra

An einem schönen Samstagmorgen im Mai war ich wie immer mit meinen beiden Hunden spazieren. Die Zwei spielten vergnügt in der Morgensonne. Der Weg führte uns zwischen zwei Wiesen zu einem Wald, wir mussten eine Pferdekoppel passieren. Kurz bevor wir an dieser ankamen, rief ich meine Hunde zu mir.So gingen wir drei gemütlich unseren Weg entlang. Doch plötzlich überlegte es sich meine Beagle-Dame anders: Irgendetwas auf der Pferdekoppel hatte ihre Aufmerksamkeit geweckt, dieser Sache wollte sie genauer auf den Grund gehen. Sie rannte so schnell, dass ich keine Chance hatte zu reagieren. Und da war es schon passiert, mit voller Geschwindigkeit krachte sie in den Weidezaun der Koppel. Ein jämmerlich winselnden Schrei betäubte meine Ohren. Es zerriss mir fast das Herz sie so weinen zu hören. Ich rannte zu ihr an den Zaun. Sie saß zitternd und total verängstigt auf der andern Seite…

Im Normalfall ist ein Stromzaun für einen gesunden Hund nicht gefährlich. Zur Gefahr wird es, wenn der Hund sich erschreckt und panisch davonläuft. Nicht auszumalen, was alles passieren kann, wenn die geliebte Fellnase dann auf eine Straße läuft, im Wald verschwindet oder von Tieren auf der Koppel „angegriffen“ wird.
dana

Was sollte man tun wenn der eigene Hund in einem Weidezaun berührt hat?

Ruhe bewahren ist jetzt mit das Wichtigste. Normalerweise passiert einem gesunden Hund ohne Vorerkrankungen nichts. Warum Hunde in so einem Moment jaulen bzw. aufschreien ist mit dem Schreckmoment und dem Schmerz, der von dem kurzen Stomschlag kommt, zu erklären. Sollte es dennoch passieren, dass ein Hund bewusstlos auf dem Boden liegt, ist in erster Linie immer an den Eigenschutz zu denken. Der Vierbeiner sollte nach Möglichkeit von der Gefahrenquelle weggebracht werden, die Vitalfunktionen sind zu überprüfen. Im Notfall Herzwiederbelebung beginnen und schnellstmöglich in die nächste Tierklinik bringen.

Meiner Dana ging es zum Glück soweit gut, sie saß nur ca. fünf Meter hinter hinter dem Elektrozaun von mir entfernt und wollte nicht mehr zu mir kommen. Ihre Rute war soweit eingezogen, dass sie schon ihre süße Nase berühren hätte können. Ich habe sie gerufen, gelockt und alles mögliche versucht, um sie wieder auf die andere Seite zu bekommen. Nichts half. Natürlich war der Eingang zu Koppel genau auf der anderen Seite. Nun war guter Rat teuer. Es half nichts, ich musste meine Maus irgendwie zum Tor locken, um sie von der Weide zu bekommen, wenn sie nicht mehr unter dem Zaun durchlaufen will.
Denn die Weide zu betreten ist nicht nur für Hunde gefährlich, es kann auch für einen Menschen gefährlich bis tödlich werden.
Pferdekoppel
Gerade als ich zum Eingang gehen wollte, sah ich wie die Pferde anfingen auf unser Treiben aufmerksam zu werden. Sie kamen schnaubend auf uns zu. „Mist, sie haben auch noch zwei Fohlen“, dachte ich mir. Tief durchatmen, wenn ich in dieser Situation nervös und panisch geworden wäre, hätte ich Dana nie auf meine Seite bekommen. Die Tiere waren inzwischen nur noch wenige Meter von uns entfernt und meine Fellnase schaute sie etwas unsicher an. Ich glaube, sie spürte, dass sie dort nicht gerade willkommen war. Ich startete noch einen letzten Versuch sie unter dem Zaun hindurch zu bekommen. Ich nahm alle Leckerlies, die ich in meinen Taschen finden konnte und warf eins nach dem anderen in ihre Richtung.

Eigentlich sind Pferde Fluchttiere, doch verteidigen sie sich und ihre Herde mit gezielten Tritten gegenüber den Angreifern. Natürlich gibt es Pferde, die es gewöhnt sind, dass Hunde auf ihrer Koppel sind, doch muss dies nicht unbedingt für einen fremden Hund gelten. Eine Reaktion von einem Tier in einem Stressmoment kann man nur schwer abschätzen. Insofern ist es immer gefährlich eine Weide zu betreten.

Falls es doch zu einer Verletzung durch einen Tritt gekommen ist, sollte man folgende Dinge unternehmen:

  • Eigenschutz beachten! Nicht einfach auf die Koppel gehen, erst versuchen die Tiere zu verscheuchen oder wenn der Hund noch laufen kann, zu sich rufen.

Es kann zu Prellungen, Knochenbrüchen und inneren Verletzungen gekommen sein.
Die Anzeichen dafür können ganz unterschiedlich sein.

  • winselnd vor Schmerzen
  • apathisch
  • Wesensänderung
  • nicht ansprechbar und am Boden liegend

Erste Hilfe

  • Ganz ruhig bleiben und beruhigend auf den Hund einwirken.
  • Abtasten, ob es Stellen gibt, die dick und heiß sind oder Knochen in einer abnormen Lage sind.
  • Wenn der Hund sich schwer bis gar nicht mehr bewegen kann muss er vorsichtig, liegend und ohne ihn viel zu bewegen in die nächste Tierklinik bringen. Dort kann ein Arzt den Hund genauer untersuchen.
  • Es sollte der Vierbeiner in jedem Fall einem Tierarzt vorgestellt werden, damit dieser innere Verletzungen, Knochenbrüche, Wirbelsäulenverletzungen ausschließen kann und entsprechende Medikamente bzw. Therapien verordnen kann.

Endlich, Dana fing an die Leckerlies zu fressen und sich in meine Richtung zu bewegen. Als sie kurz vor mir war, nahm ich mir einen großen trockenen Stock aus Holz, mit dem ich den Weidezaun etwas anheben konnte, damit Dana darunter durchkrabbeln konnte ohne erneut einen Schlag zu bekommen. pferdekoppel 2 Mein Herz raste – es war soweit, ich bekam sie am Halsband zu greifen und zog sie das letzte Stück zu mir. Sofort machte ich ihre Leine dran und drückte sie ganz fest an mich. Das passiert mir nicht noch einmal. Egal in welcher Situation ich bin, egal wie gut mein Hund hört, es gibt immer Dinge, mit denen man nicht rechnen kann und wenn ich meine Hunde wegen einer drohenden Gefahr zu mir rufen muss, leine ich sie jetzt immer sofort an.

Hattet ihr auch schon einmal eine unangenehme Begegnung mit einen Weidezaun oder wurde euer Hund als Eindringling angesehen? Beim täglichen Spaziergang verstecken sich Gefahren auch in stehenden Gewässern oder in Tierkadavern – erfahre jetzt mehr und erzähle uns deine Geschichte!.

3 Kommentare

  1. Louisa Rubinia

    Ja, ist uns passiert. Mein Hund Lucky ist sehr neugierig und fand die Pferde auf der Koppelung natürlich hochinteressant. Trotz meines Rufens konnte ich ihn nicht mehr daran hindern in Kontakt mit dem Stromzaun zu kommen. Er rannte hinein, verfing sich darin, schrie und zerrte panisch am Stromzaun, welcher sich um sein Bein verheddert hatte und landete nach einigen Schrecksekunden total verängstigt auf der Koppel. Ich rannte so schnell es ging auf die Koppel und führte Lucky wieder runter. Gott sei Dank ist außer dem Schreck nichts weiter passiert. Aber immerhin hat er draus gelernt und guckt sich seitdem die Pferde lieber aus der Ferne an 😉

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