Gefahren am Wegesrand IV: Pfotenverletzung

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Eine Pfotenverletzung beim Hund passiert immer dann, wenn man nicht damit rechnet und sie am wenigsten gebrauchen kann. So ist es auch mir und meiner Beagle-Hündin Dana ergangen. Da denkt man an nichts schlimmes und schon ist es geschehen……

Wenn Hunde spielen….

Es war ein Tag wie jeder andere. Dana und ich standen früh auf. Wir wollten noch einen schönen Spaziergang vor der Uni machen. Die Sonne lachte, es war ein warmer Herbstmorgen im Oktober. Wie fast jeden Morgen trafen wir Ronja im Park. Ronja war ein Schäferhund-Husky-Mix und Dana liebte es mit ihr zu spielen. Meine kleine Maus hat sie schon von Weitem gesehen. Sie spielte mit ihrem Frauchen Stöckchen auf einer großen Wiese. Ihr Schwanz wedelte vor Freude, sie fing sie lauthals an zu bellen. Ronja sah Dana und ließ ihr Stöckchen sofort fallen und rannte zu ihr. Die Wiedersehensfreude war groß. Die beiden Hunde tobten über die Wiese, rannten von A nach B – eben so, wie es junge verspielte Hunde machen. Ronjas Frauchen Katja und ich suchten uns eine Bank am Rand der Wiese. Wir wussten: das wird länger dauern.
Pfotenverletzung_eins
So unterhielten wir uns über unsere Hunde, wer was wann angestellt hat. Dinge, die man sich unter Hundehaltern so erzählt.
Nach einer Weile sah ich bei Dana etwas rotes am Hinterbein, durch ihr weißes Fell leuchtete es. Ich rief sie zu mir und dachte mir nichts böses dabei. Wer weiß, wo sie sich schmutzig gemacht hat aber komisch sah es schon aus. Als meine Maus auf mich zu lief, sah ich schon das sie etwas humpelte. Seltsam, dachte ich mir noch so. Ich schaute mir Dana’s Bein an und sah Blut – doch wo kam es her? Am Bein waren es nur Spritzer. Ich schaute am Bauch. Auch nichts. Dann die Hinterpfote. Da war es, alles voll Blut. Jetzt schien Dana auch den Schmerz zu spüren. Sie zuckte mit dem Bein immer weg und winselte. Wir legten sie auf die Seite und spülten mit unserer Wasserflasche das Blut etwas ab, damit wir sehen konnten was passiert ist. Da sahen wir das Übel auch schon – Dana hatte einen Schnitt in der Pfote.

Er ging über den ganzen Ballen, war ca. 1 cm tief und blutete extrem stark. Was nun tun?

Zum Glück hatte Ronjas Frauchen immer ein kleines Erste-Hilfe-Set von ihrem Tierarzt dabei.
Als erstes legte ich Dana den Maulkorb um, ich wollte ja nicht, dass sie Katja aus Versehen verletzt.pfotenverletzung_drei Dann suchten wir die Wunde ab, schauten, ob sich eine Scherbe, Nagel, Dorn oder ähnliches darin befindet. Nichts, nur ein stark blutender Schnitt. Ich nahm eine Kompresse, ein Verbandspäckchen und eine Binde und legte einen Druckverband an. Dazu erst die Kompresse auf die Wunde legen, dann darauf das unausgepackte Verbandspäckchen positionieren und relativ straf um das Bein wickeln. Dana lag ganz still da, sie hatte schon sehr viel Blut verloren. Gleich nach dem Verbinden nahm ich ihr den Maulkorb wieder ab. Ich schaute nach ihren Schleimhäuten, sie waren ganz blass. Jetzt zählt jede Minute, dachte ich mir. Wir trugen sie zum meinem Auto, Katja drückte weiter auf Danas Pfote. Die Wunde blutete schon durch den Verband durch. Im Auto legten wir sie auf die Rücksitzbank und Katja setzte sich zu ihr, Ronja stieg in den Kofferraum ein und ich fuhr das Auto auf schnellstem Weg in die Tierklinik. pfotenverletzung_dreiZum Glück war diese nur 5 min entfernt.

Beim Tierarzt

Als wir ankamen öffnete uns die Tierarzthelferin schon die Tür und schaute uns mit großen Augen an. Katja und ich waren überall voller Blut. Wir erzählten ihr beim hineingehen schnell, was passiert war und sie führte uns gleich in ein Behandlungszimmer. Dana lag auf dem Tisch und wirkte total abwesend, mir liefen tränen übers Gesicht, ich hatte solche Angst um meinen Hund. Sie war doch erst gerade einmal 16 Monate alt. Da öffnete sich die Tür – der Tierarzt – endlich. Er schaute sich die Verletzung an und meinte: „Na Dana, da hast du aber nochmal Glück im Unglück gehabt.“ Der Doktor zeigte uns die Verletzung und meinte: „Das war haarscharf an der Arterie vorbei, das hättet sie nicht mehr bis hierher geschafft.“ Ich sah sie pulsieren und dachte mir nur noch „Gott sei Dank“. Dana bekam eine Infusion, ihre Wunde musste genäht werden und wurde mit einem Pfotenverband verbunden. Damit ich diesen auch selber anlegen kann, gab mir der Tierarzt noch eine Anleitung, schließlich muss der Verband nach 3 Tagen gewechselt werden.

Wie legt man einen Pfotenverband beim Hund richtig an?

Man benötigt :

  • sterile Kompresse
  • Mullbinde
  • Watte zum polstern
  • und eine selbsthaftende Binde

Pfote1
Als erstes die Kompresse auf die Wunde/Naht legen, dann zwischen jede Zehe Watte einlegen. Wichtig: nicht die Wolfskralle vergessen, diese muss auch gepolstert werden. Danach wird die Pfote bis über das nächste Gelenk mit der Mullbinde umwickelt. Es muss immer darauf geachtet werden, dass der Verband nicht zu fest und nicht zu locker sitzt. Anschließend wird die selbsthaftende Binde angebracht. Der Tierarzt meinte noch, um den Pfotenverband zu schützen sollte ich mir einen Schutzschuh besorgen. Eine wirklich praktische Sache muss ich gestehen.

Dana erholte sich schnell von ihrem Unfall und war schon am nächsten Tag frech wie eh und je. Die Pfote ist schnell verheilt, doch kann eine Pfotenverletzung bei der Heilung oft Probleme machen. Das kann zu einer sehr langwierigen Sache werden. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert.

Sollte sich euer Vierbeiner beim Spielen eine Schnittverletzung zuziehen, heißt es: schnell handeln und nicht auf die leichte Schulter nehmen! Musstet ihr schon mal erste Hilfe bei einem Vierbeiner leisten? Erzählt uns davon

>>>Im Herbst toben viele Hunde gern durch Pfützen, bitte lasst eure Vierbeiner nicht aus diesen Wasserquellen trinken, warum erfahrt ihr in unserem Artikel Botulismus beim Hund. <<<

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