Gefahren am Wegesrand V: Stöckchenverletzung

Beitrag kommentieren Ein Beitrag von Sandra

Ein idyllischer Herbstnachmittag auf der Lieblingswiese: Nach einem ausgiebigen Bad im bunten Blättermeer, verlangt der sportliche Hundekörper nach körperlicher Betätigung. „Oh ein Stock, Herrchen möchtest du den für mich werfen?“ Viele Hundehalter lieben es mit ihrem Hund Stöckchen holen zu spielen. Doch welche Gefahr darin lauert, ahnen die Wenigsten. Mit Stöckchenverletzungen ist nicht zu spaßen, sie können sogar tödlich enden.

Tierarztgespräche

Nachdem Dana den Unfall im Park – die Schnittverletzung in ihrer Pfote – gut überstanden hatte stand nun das Fädenziehen an. Ihre Wunde war ohne Probleme verheilt und sie war auch ein sehr vorbildlicher Patient und hat nicht an der Wunde geleckt. Also fuhren wir erneut in die Tierklinik. Das Wartezimmer war voll und es sah so aus als würde es länger dauern. Stoeckenverletzung einsWir setzten uns neben einen Labrador-Mix – ein süßes aufgewecktes Kerlchen. Dana mochte ihn auch sofort, sie wollte am liebsten gleich mit ihm spielen. Ich stellte mich und meine Maus höflich vor. Der freundliche Labbi war Max und sein Herrchen hieß Paul. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte ihm von unserer Geschichte, wie Dana sich die Pfote aufgeschnitten hatte und wie alles ganz schnell gehen musste. Anschließend berichtete mir auch Paul warum die beiden hier waren.

Paul hatte einen langen Tag im Büro hinter sich und immernoch einen Berg voll Abeit. Also beschloß er sich seinen Laptop zu schnappen und zu Max nach Hause zu fahren. Er wollte sich mit ihm auf seine Lieblingswiese setzen, mit ihm spielen und nebenbei noch etwas arbeiten. Auf der Wiese angekommen stellte Paul fest, dass er unglücklicherweise Max‘ Ball vergessen hatte. stoeckchenverletzung zwei„Hmmmm, Mist“, dachte sich Paul und suchte ein Stöckchen. Er warf es weg und sagte dem Labbi: „Los mein Junge, hol es!“ Max rannte mit voller Freude los, so schnell das das Stöckchen noch in der Luft war als er bei ihm ankam. Er sprang hoch, wollte es fangen. Doch dann, ein lauter Schrei, ein Wimmern und Winseln. Die Schnauze war weit offen. Der Stock steckte im der Schnauze fest.

Die unterschätzte Gefahr

Meist passieren Stöckchenverletzungen aus so einem Spiel heraus. Der Hund rennt und fängt den Stock. So mancher verletzte sich beim Fangen, andere stolpern beim Tragen und rennen gegen ein Hindernis. Durch dieses abrupte Abbremsen bohrt sich der Stock mit voller Wucht durch die Schnauze, in den Hals oder Kopf.

Auf keinen Fall den Stock aus dem Tier ziehen. Dies kann tödlich für das Tier enden!

Paul rannte sofort zu Max um ihm zu helfen, doch in seiner Panik hatte sich der Rüde den Stock schon selbst entfernt. Sofort wurde der Mundraum kontrolliert, ob es Blutungen gibt oder irgendwo noch etwas steckt. Das Herrchen entdeckte nichts außer etwas Blut. Doch um auf Nummer sicher zu gehen, fuhren die beiden lieber in die Tierklinik. Paul hatte leider nicht das Glück nur fünf Minuten von dieser entfernt zu wohnen, nein er fuhr fast eine halbe Stunde. Auf dem Weg ging es Max von Minute zu Minute schlechter, wurde immer apathischer, zog den Schwanz ein, hechelte stark, speichelte extrem und sobald er den Kopf ablegen wollte, jammerte er und hob ihn schnell wieder hoch.

Symptome die auf eine Stöckchenverletzung deuten:

  • husten
  • würgen
  • speicheln
  • niesen
  • Schluckbeschwerden
  • Schmerzen
  • Blutungen

Die rettende Not-Op

Max war ein richtiges Häufchen Unglück. In der Tierklinik wurde er kurz untersucht und dann hieß es auch schon NOT-OP. Der Arzt hatte unter der Zunge ein Loch entdeckt, in dem scheinbar noch etwas drin steckte. Bei der Operation wurden ein kleines Stück Holz entfernt, welches vom Stock abgebrochen war. Nun hatte Max eine Naht unter der Zunge, bekam Antibiotika und Schmerzmittel. Doch die Beiden hatten Glück im Unglück, die Geschichte hätte noch viel schlimmer ausgehen können. Das Spiel mit einem Stock kann tödlich enden. Es gibt viele Hunde, die sich regelrecht aufgespießt haben und daran gestorben sind.
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Mir wurde schlagartig schlecht. Ich musste an Katja und Ronja denken. Vor unserem Unfall spielten sie ja auch fröhlich mit dem Stock. Das musste ich ihr unbedingt erzählen, nicht das den beiden auch etwas schlimmes passiert. Es gibt ja noch so viele Möglichkeiten mit seinem Hund zu spielen. Hunde-Frisbee, Spiel-Tau, Futterbeutel – oder als „echte“ Stöckchenalternative – den Kong Safestix.

Und eins sag‘ ich euch: Ich spiele nie wieder mit meinem Hund Stöckchen.

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