Wohnung für Listi-Besitzer

13 Antworten Ein Beitrag von Lisa

Hundebesitzer haben es in der Großstadt schwer eine Wohnung zu finden, oft werden Mietinteressenten ohne Tiere bevorzugt. Noch schwieriger wird es, wenn zur Familie ein Pitbull, Staffordshire oder Bullterier gehört. Halter von „Listenhunden“ haben mit Vorurteilen gegen die Rasse ihres Vierbeiners zu kämpfen , die Wohnungssuche kann zu einer echten Herausforderung werden. Das fehlende Wissen über „Sokas“, sogenannte Kampfhunde, und eine einseitige Berichterstattung in den Medien – zum Leid der Tiere – führt dazu, dass Vermieter eine Beherbergung von vornherein ablehnen, das heißt, sogar vertraglich ausschließen.

Wohnung für Pitbull-Besitzer

Auch die amerikanische Tierfreundin Kara Montalbano aus Rhode Island, kämpfte mit schweren Stunden der Aussichtslosigkeit als sie mit ihren zwei Pitbulls nach einem Miethaus suchte. „Ich habe mich zwei Wochen umgesehen und dann wusste ich, dass es Zeitverschwendung ist“, erzählte sie der „Huffington Post“. „Also habe ich mich entschlossen, zu kaufen.“ Schließlich lernte die leitende Angestellte einer Werbeagentur ihren Lebensgefährten während ihrer ehrenamtlichen Tierschutzarbeit bei einer Hilfsorganisation für Pitbulls kennen. Ihr Freund arbeitet als Polizeibeamter, der sich auf Tierschutz spezialisiert hat. DSC03642Nach der Zusammenführung beider Haushalte, mit nun drei Hunden in der Familie, beschloss Kara, ihr Haus ausschließlich an Pitbull-Besizer vermieten zu wollen. Sie ist froh, ihr Glück gefunden zu haben und ihre Leidenschaft für die tolle Hunderasse mit ihrem Partner teilen zu können. Nun möchte sie selbst Glücksbotin für andere verzweifelte Wohnungssuchende mit Pitbull-Anhang sein.

Mehr als 20 Anfragen hat Karen erhalten, die Bewerber fügten ein Foto ihres Pitbulls bei, die Entscheidung fällt schwer. Die Listi-Liebhaberin könnte sich deshalb vorstellen, weitere Häuser zu kaufen und Pitbull-Besitzern zur Verfügung zu stellen. Außerdem erhofft die Tierschützerin sich einen positiven Nebeneffekt: Vielleicht schnuppern andere Vermieter das Potential in diesem „Geschäftszweig“ und ziehen nach.

Ich, die Autorin dieses Beitrags, erzählte meine Geschichte bereits am 22. Mai diesen Jahres in unserer Facebook-Gruppe „Ich liebe meinen Listi“. Hier noch einmal zum Nachlesen:
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Ich wünsche mir Ruhe

Es ist zum Verzweifeln. So langsam habe ich auch das letzte Fünkchen Glauben in den Verstand mancher Menschen verloren. Liebe Freunde, ich hoffe, ihr könnt mir helfen? Ich hoffe, ihr habt ein aufmunterndes Wort für mich übrig? Ich hoffe, ihr helft mir für meinen Cuno und meine Inge weiterhin stark zu sein….

Folgender Fall:

Voller Freude sind wir im November letzten Jahres in unsere Wohnung gezogen. Mitgebracht haben wir Staff-Mix Cuno (so steht es im Impfausweis, so hat ihn uns das Tierheim übergeben, wir wissen nicht, was außer ‪Staff‬ noch in seinen Genen schlummert).

11118855_945972358769983_7703812876395435442_n-2Er war auch der Grund, warum wir unsere alte Wohnung verlassen haben, mein alter Vermieter hatte es mir nicht gestattet, den Hund bei mir aufzunehmen. Für unsere jetzige Wohnung haben wir uns sogar mit einem Foto von unserem Cuno beworben. Eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung haben wir selbstverständlich abgeschlossen. Außerdem begleitet uns ein Hundetrainer von Anfang an. Cuno hat sich noch nie aggressiv gegenüber einem Menschen verhalten – im Gegenteil…aber das brauche ich den meisten hier sicher nicht erzählen…

Inge kam später als Zweithund (ebenfalls Staff-Mix, in ihrem Ausweis steht nur „Mischling“, auch hier: keine Ahnung, was unsere Süße für eine Mischung ist..) dazu, auch das duldete die Hausverwaltung, gleichzeitig baten wir, den Vorgarten auf unserem Hausgrundstück nutzen zu dürfen. Ich pflanzte Blumen und Kräuter, wir bauten ein Tor ein, damit die ‪Hunde‬ nicht ausbüxen können. Mit Inge gehe ich zweimal in der Woche zum Training der Rettungshundestaffel.

Ich bin selbstständig und arbeite deshalb von zu Hause aus, oft saß ich gemeinsam mit den Hunden draußen und ging meiner Pflicht nach. Das haben unsere Hausbewohner scheinbar nicht gern gesehen – direkt angesprochen hat uns aber keiner…Die Hunde führen wir stets an der Leine, wenn wir die Wohnung verlassen, sie wurden nie durch pausenloses Bellen auffällig (auch das muss ich euch nicht erzählen, Staffis sind ja nicht gerade als Kläffer bekannt). Keiner der beiden Hunde zeigt auch nur annähernde Aggression gegenüber Menschen (das können unser Hundetrainer und auch die anderen Hundeführer aus der Rettungshundestaffel bestätigen), Hundekot haben wir aus dem Vorgarten stets entfernt.

Viele der Hausbewohner wohnen seit mehreren Jahren hier und konnten sich nicht mit den Veränderungen anfreunden. Vor uns wohnte bereits ein Hund im Haus, das störte niemanden, schließlich war der ja kein „Kampfhund“ (meine Hunde sind beides Mischlinge und stehen in Sachsen deswegen NICHT auf der Liste, selbst wenn – ich würde die geforderten Auflagen jederzeit erbringen!). Von Anfang an traten uns die Bewohner mit Skepsis und Scheu gegenüber, ohne uns wirklich zu kennen…11009215_853067171439535_1343645300278132117_n

Dann ist das Ganze eskaliert – ohne das wir auch nur geahnt hätten, dass eine Eskalation naht. Wir saßen bis 21 Uhr im Garten und grillten, haben sogar einen Tag vorher einen Aushang im Hausflur angebracht. Bereits um 15 Uhr kam ein Nachbar in den Garten gestürmt und beleidigte alle Gäste und randalierte, das passiert seitdem fast täglich. Gegen 21 Uhr fingen wir an alles zusammen zu räumen. Als ich gerade meine Wohnung betreten wollte, stürmte eine Nachbarin aus einer oberen Wohnung zu uns nach unten und meinte, dass es schon 21:10 Uhr sei und dass das ein Nachspiel haben wird. Im gleichem Atemzug beschwerte sie sich dann auch über die Hunde, seitdem sie da wären, sei der Rasen im Vorgarten abgenutzt (der sah schon vorher miserabel aus, wir haben sogar auf unsere Kosten neue Grassamen gekauft). Danach kam es zu einer lautstarken Auseinandersetzung mit dem anderen Nachbarn, der sich bereits um 15 Uhr beschwert hatte.

Unmittelbar nach diesem Vorfall haben wir einen Brief von der Hausverwaltung erhalten:

Dort steht geschrieben:

„(…) die widerrufliche Genehmigung zur Haltung eines Hundes in den o.g. Mieträumen besteht unter nachstehenden Verpflichtungen: Die Haltung eines Hundes aus einer als Kampfhund deklarierten Rasse gemäß den Festlegungen des sächsischen Innenministeriums wird vermieterseitig, auch bei einem ggf. positiven Tierwesenstest, einem Sachkundenachweis oder einer positiven Bedürfnisprüfung grundsätzlich untersagt. (…) der Mieter hat einen Nachweis über die gehaltene Hunderasse dem Vermieter innerhalb von 14 Kalendertagen nach Anschaffung zu erbringen.“

Heißt das jetzt, dass sie nun von mir erwarten, dass ich einen Gentest auf meine Kosten machen lasse, obwohl ich den Hund als Mischling aus dem Tierheim erhalten habe? Auch die Formulierung „nach Anschaffung“ irritiert mich, da Cuno bereits 6 Monate bei uns wohnt und diese Forderung bei Einzug nicht gestellt wurde. Keiner der Hausbewohner hat uns jemals direkt wegen unseren Hunden angesprochen. Die Hausverwaltung hat sich bis dato nicht für unsere Hunde interessiert…Des Weiteren liegt ein Schreiben bei, das uns dazu auffordert, unsere Hündin innerhalb von 2 Wochen abzugeben. Nachträglich soll uns die Erlaubnis nun also für Inge entzogen werden.

„Die Abwägung einer Tierhaltung werden folgende Kriterien bestimmt: Rasse und Größe des Tieres, Verhalten und Anzahl der Hunde, weitere Tiere in der Wohnung, soziales Umfeld der Wohnung sowie der Immobilie, persönliche Verhältnisse des Mieters, berechtigte Interessen des Mieters, Vermieters und der Mitbewohner, Anzahl weiterer Tiere und Hunde im Haus, bisherige Handhabung des Vermieters sowie besondere Bedürfnisse des Mieters (Blindenhund). In Abstimmung mit dem Eigentümer und der vorbezeichneten Interessenabwägung wird die Haltung des Zweithundes nicht gestattet (…)“

Für mich steht es NICHT zur Debatte auch nur einen meiner Hunde abzugeben. Aus dem Schreiben lässt sich schließen, dass die Hausverwaltung versucht, uns loszuwerden, obwohl wir oder unsere Hunde uns/sich niemanden gegenüber falsch verhalten haben. Nun sind wir natürlich bereits auf der Suche nach einem kleinen Häuschen mit Garten in unserer Umgebung, etwas zu finden ist leider leichter gesagt als getan…..
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Durch die Blume hörten wir dann, dass unsere Hunde den Hausbewohnern von Anfang an ein Dorn im Auge gewesen sind. Sie stören sich an unserer „Lebensweise“ (was auch immer das heißen mag??? oder vielmehr an meinen Tattoos und meinem Nasenpiercing?), obwohl sie uns nur selten zu Gesicht bekommen. Ich habe jetzt eine Fachanwältin kontaktiert, die uns hoffentlich weiterhelfen kann.

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Kann die Hausverwaltung einfach so einen Gentest verlangen, obwohl wir mit gutem Gewissen unsere Hunde als Mischlinge übernommen haben und diese in Sachsen nicht auf der Liste stehen? Dürfen sie uns einfach vor die Tür setzen?

Danke für eure Hilfe, ich musste das jetzt mal rauslassen…

ICH WÜNSCHE MIR RUHE

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Ich habe wenige Wochen später ein Haus gefunden, versteckt bei Ebay-Kleinanzeigen. Unsere Vermieterin hat bewusst nicht auf den Portalen inseriert, die täglich tausendfach aufgerufen werden. Zu unserem Haus zählt auch ein kleiner Garten, das Grundstück ist komplett umzäunt. Die Nachbarvilla hat die selbe Eigentümerin. Unser Grundstück ist mit dem des Nachbarhauses verbunden, beide Häuser gehörten früher zusammen. Nur ein kleines Gartentor grenzt uns von dem großen Hof nebenan ab. Alle drei Wohnungen in der Villa sind ebenfalls an Hundebesitzer vermietet, im Dachgeschoss wohnt ebenfalls eine Staff-Hündin, die zufällig über den selben Tierschutzverein vermittelt wurde wie Inge, zu den anderen beiden Familie zählt ein Bodercollie-Welpe und ein Golden Retriever-Senior. Alle Hunde toben gemeinsam über den Hof. Unsere Vermieterin, selbst Hundebesitzerin, hat erkannt, was andere verschlafen haben: Sie möchte diejenigen unterstützen, die woanders keine Rückmeldung bekommen, wenn sie ihren Hund erwähnen….Suchenden Mieter gibt es in Dresden – und in jeder anderen Großstadt – genug 😉

Mein Mann und ich hatten zuletzt einen kleinen Pflege-Dackel-Mix beherbergt, der nächste Woche zu seinem Frauchen zurück kann. Schon bald bekommen Cuno und Inge wieder eine neue Freundin, ein wunderschönes Pitty-Mädchen. Sie bleibt erstmal zur Pflege, vielleicht darf sie auch bleiben 🙂

Die DREI VON DER TANKE sind schon wach – und ihr ? :-p Wie ihr seht wurde der Pflege-#Dackel von den 2 Muskelprotzen super aufgenommen. Es wird sicher ein schwerer Abschied, wenn Sunnys Frauchen aus dem Krankenhaus zurückkommt. Aber für die kleine Dackeline sicher auch ein freudiges Wiedersehen ♡ R.I.P KLEINES KUSCHELTIER<3 <3 <3 TEILEN <3 <3 <3

Posted by Ich liebe meinen Listi on Donnerstag, 3. September 2015

Die Hausverwaltung der alten Wohnung ist – dank der Hilfe unserer Anwältin – nach und nach immer weiter zurückgerudert. Normalerweise hätten wir noch bis nächstes Jahr Februar Miete zahlen müssen, weil wir ein Jahr Mindestmietdauer unterschrieben hatten. Unsere Anwältin konnte einen Aufhebungsvertrag erwirken, im Vorfeld hatte die Hausverwaltung die Forderungen in Bezug auf unsere Hunde zurückgezogen, weil sie keine stichhaltigen Gründe vorbringen konnten. Die Fortsetzung des Mietverhältnisses lehnten wir aufgrund der Nachbarn ab. Nun haben wir endlich die Ruhe, die ich mir für unsere Familie gewünscht habe…

Wenn ihr Fragen habt, ihr eure Geschichte loswerden wollt, schreibt mir eine E-Mail an lisa@wir-lieben-hun.de
Kennt ihr schon meinen Text an Cuno und Inge „Ich bin ein Hund“? Er ist alle Opfern – egal ob Mensch oder Hund – von Diskriminierung gewidmet.

TEILT DIESEN BEITRAG, UM AUF DIESE UNGERECHTIGKEIT AUFMERKSAM ZU MACHEN!

13 Kommentare

  1. Isabell Lenzen

    Nein mit Hund bisher noch nicht. Aber ich hatte mit Katzen schon Probleme eine Wohnung zu finden. Da hieß es die Katzen könnten die Nachbarn stören/belästigen, das wollte der Vermieter erst mit den Mietern besprechen. Da habe ich dann gesagt das ich dort nicht einziehen will da Probleme vorprogrammiert sind

    1. Isabell Lenzen

      Hätte ich bei meiner letzten Vermieterin auch nicht nach fragen brauchen. Da sie schon über den Vormieter und dessen Katze gemeckert hat. Es ist echt verdammt schwer was zu finden wenn man Tiere und Kind/er hat.

    2. Magdalena Ptaszynska-Adamska

      Ich hatte auch Problem, weil ich 3 Kindern, Hund und Katze habe. Die haben mir gesagt, dass ich nicht so viele Kindern auf der Welt setzen soll, und nicht so viele Tiere im Haushalt haben soll. Wenn ich die Wohnung haben möchte sollte ich die Tiere ins Heim abgeben. Schreckliche Menschen gibt es auf diesem Welt.

    1. Lischen Lotte

      Wie ich im Text bereits schrieb, mussten wir mit Cuno und Inge zweimal umziehen. Bei der letzten Suche bekamen wir auch nur Absagen bis wir auf die hundefreundliche Eigentümerin trafen. Nicht aufgeben, ihr findet was!

    2. Wir lieben HunDE

      Schreib mir mal eine PN an „Lischen Lotte“ –> Schimmel war unser Trumpf beim letzten Auszug. Wenn ich dir mehr darüber erzählen soll, meld dich! Wir hatten eine wirklich gute Anwältin, aber dazu privat mehr, wenn du magst.

  2. Ursula Pfeiffer

    Ja wir suchen auch ne Wohnung und es kommt immer Nein kein Hund hab mich jetzt entschieden die anfrage um Namen meines Hundes zuschreiben da kommt zumindest Antwort und haben auch Wohnungen besichtigt

  3. Franziska Martin

    Hunde oder Listenhunde….
    Ich wusste gar nicht das man da Unterschiede macht…
    Es ist und bleibt schwer eine geeignete Wohnung zu finden gerade jetzt zur Zeit…
    Deshalb gibt es bei mir da trotzdem keinen Unterschied!!!! Es sind alle gleich…Zu mal die kleinen oft,, gefährlicher“ sind als die großen

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